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Toskana        2018

 und ein bisschen Kunst, was denn sonst in Italien

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Man kann nicht gut denken, nicht gut lieben, nicht gut schlafen,
wenn man nicht gut zu Abend gegessen hat.
Virginia Woolf;   Es ist mir nicht klar ob diese kluge Frau dabei an Italien dachte.


 

 

 


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Wir wollten eigentlich nach Schottland. Da aber die Hochzeit meiner lieben Johanna und die Schulferien in Britannien unseren Urlaub von 9 auf 5 Wochen verkürzten, weichen wir eben dieses Jahr einfach in die Toskana aus. Da die beste Ehefrau und die einzige bisher, mir versprach nächstes Jahr schon im April zu starten, verschieben wir Britannien. Ja, Sie hat es versprochen.
Dank des Wunsches (bitte keine Namen) erst am Dienstag loszufahren, lernten wir alle LKW´s kennen, welche auch nach Italien wollten und über Pfingsten auf Parkplätzen in Deutschland, Österreich und Italien auf das Wohnwagengespann aus Dresden gewartet hatten. So fuhren wir eingekesselt von LKW´s bis Trento in Tirol auf einen kleinen Campingplatz. Was uns wunderte, es standen noch hunderte LKW´s auf den vollen Parkplätzen. Selbst auf den Zufahrten standen sie noch.
Feststellung: Pfeffermühle vergessen




1.Tag
22.5
Di

 

 



Um 7:oo aufstehen, um 8:oo abfahren, gegen 8:3o auf der Autobahn LKW´s begrüßen Die Brennero (Brennerautobahn) geht bis Modena. Auf ihr ist das überholen für LKW und Wohnwagengespanne verboten. Da ich die Strafen kenne, hielt ich mich daran. Einige mutige Deutsche zeigten mir aber, es geht auch anders, vielleicht haben sie Glück.
Ankunft auf einem wunderschönen Campingplatz in Montecatini Alto. Wir stehen unter der einzigen größeren Baumgruppe auf dem Platz. Somit sind wir im Besitz des Schattens und dies vom Morgen bis zum Abend.
Nachdem jetzt alles aufgebaut und angeschlossen ist, beginnen wir mit der Erholung von den Feierlichkeiten der Hochzeit unserer Nichte.



2.Tag
23.5
Mi

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Wir haben die Pfeffermühle vergessen, also brauchen wir Pfeffer. Pfeffer gab es bei Lidl. Er kostete o,89 €. Im Korb landete aber Lebensmittel für 28,oo € und damit nicht genug, bei COOP kamen noch 15,oo € hinzu. Eigentlich hatten wir alles mit, für die ersten Tage, außer Pfeffer. Aber das Angebot von Obst und Gemüße war enorm. Allein die italienischen Erdbeeren wären für einen Bericht geeignet.
Nach einem Gemüsesalat genossen wir die Ruhe auf dem Campingplatz.



3.Tag
24.5
Do

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Heute ist Ruhetag. Nicht für mich, sondern für 51 Schüler einer 7. Klasse vom Bodensee. Diese sind mit dem Fahrrad vorbei gekommen und brauchen eine Verschnaufpause, da sie noch bis Neapel wollen. Die letzte Etappe, in 5 Tagen, ist nur 170 km lang, dann werden sie in der Nähe von Neapel von einem Bus wieder zurück gebracht
Sie hatten schon 3 Monate harten Trainings hinter sich. Auf eigenen oder geliehenen Rädern, sind sie unterwegs. Mit Küchenwagen, Einzelzelten und Gemeinschaftszelten und morgen kommt ein weiteres Auto mit Verpflegung einschließlich Kuchen, der wurde schon aufgefuttert. Einen kleinen Unfall hatten sie auch, aber es ging noch einmal gut. Das organisiert die Schule schon seit 20 Jahren und immer mit den beiden 7. Klassen.

Als sie gestern ankamen machten wir uns ein wenig Sorgen um unsere Nachtruhe, aber sie kippten in die Betten nach den 90 km. Es war ihre kürzeste Tour.
Wir beobachten das Treiben aus sicherer Entfernung und machten mit einigen Betreuern einen Schwatz.
Eine Fahrt zu einem Wochenmarkt in der Umgebung vor dem Mittag ließ wenig Freude aufkommen. Es muss aber auch diese geben, damit der nächste Markt dann um so schöner wird.
Mücken, wie so oft verliere ich den Kampf.



4.Tag
25.5
Fr

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Die Jugend steigt wieder aufs Rad. Laut eines Betreuers fahren sie mit durchschnittlich 21 km/h durch die Lande. Da ruft schon einer nach einem Ersatzrad, die Schaltung war auseinander gefallen.
Der Tag der Schüler begann mit dem Wecken um 7:oo; für uns damit auch.
Nach dem Frühstück versuchten die Helfer den Waschraum noch zu reinigen, da die Jugend mit ihren Fahrradschuhen ziemlich viel Erde hineingetragen hatten. Auch wurden von den Betreuern alle Behälter mit Wasser gefüllt, denn das Thermometer sollte heute bequem die 30°C Marke überschreiten.
Aber es lief alles sehr organisiert ab. Die Jugend zeigte auf der ganzen Linie Disziplin. Als wir am Nachmittag wieder am Wohnwagen ankamen war alles gereinigt, als wären Heinzelmännchen am Werk gewesen. Nichts deutete auf die Anwesenheit von 51 Schülern, mehreren Betreuern und diverser Fahrzeuge hin. (http://www.tour-de-lauro.de/home/index.html)

Barga, im Serchiotal, war heute unser Ziel. Rund 66 km hin, die ich erweiterte für einen kleinen Umweg über Abetone. Die Serpentinen zahlreich, schließlich ging es erstmal hoch auf 980 m und dem entsprechend auf der anderen Seite wieder nach unten. Während ich bummelnd mit max. 30 km/h durch Gebirge zuckelte und mir die beschauliche Gegend zu Gemüte führte, waren die Italiener wesentlich schneller unterwegs. Wenn sie dann auch noch entgegen kamen, zuckte ich unwillkürlich zusammen, denn die Straßen waren hier nicht übermäßig breit. So stand für Sekunden die Frage offen, bin ich oder sind sie auf der falschen Straßenseite.
Das Brautpaar hatte sich zum Foto vor der Kirche aus dem 10. Jh. aufgestellt, als wir eintrafen. Im 14. Jh. wurde das Kirchlein erweitert zum Dom. An den verbauten Steinen der Außenmauern konnte man den Baufortschritt über die Jahrhunderte erkennen. Vermutlich um 1250 wurde die viereckige Kanzel gebaut. Sie wirkt verhältnismäßig modern. Zwei Löwen und ein Atlant trugen die roten Marmorsäulen und die Kanzel. Die Fenster waren aus Alabaster, was das Kircheninnere sehr dunkel erscheinen ließ. Für 1,oo € am Automaten gab es auch Licht.



5.Tag
26.5
Sa

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Marliana, ein Dorf, weit oben, 7km vom Campingplatz, ein Fahrrad und ich. Die Geschwindigkeit zeigte nach einer Stunde einen Durchschnitt von 7 (sieben) km/h auf meinem Fahrradcomputer. Auf dem Foto sieht man am Hintergrund die heraufziehende Hitze, ein ordentliches Panoramafoto ist kaum noch zu machen.
Ich war der Einzige der einen Teil des Weges zu Fuß zurücklegte und das gleich dreimal. Nein ich schäme mich nicht. Manchmal war ich der Meinung jetzt geht es bergab, Täuschung, denn wenn ich aufhörte zu treten, blieb ich stehen, es ging immer etwas nach oben. Auch wenn dutzende Italiener an mir vorbei rauschten, ausgeschmückt mit Werbetrikots und auf Rennrädern, wurde mir klar, mein Training auf dem Elbradweg war keine Grundlage hier irgend etwas zu stemmen. Es waren Junge und Alte, wie ich, und Mädchen, auch Frauen unterwegs; aber ich meinte, nur einer der sich nach oben quält.

Plan erfüllt, Patient lebt, ich wende. Auf mich warten Bohnen mit Gulasch und ein Pool.



6.Tag
27.5
So

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Versuch Nr. 2, und wieder nach oben. Heute ging es besser; ∅ 11 km/h. Ein Plus von 4 km/h. Das wird gefeiert. Nein, das muss gefeiert werden. Vielleicht kauft mir Heidi auch so ein buntes Trikot.
Ich verfeinere mein italienisch. Das neue Zauberwort welches ich beherrsche ist Panna; Schlagsahne. Neben bitte, danke, Bier und Entschuldigung mache ich förmlich sprunghaft Fortschritte.



7.Tag
28.5
Mo

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Pitti Palast Firenze

Wir waren nun das 2. Mal hier. Das erste Mal wird man von der Wucht der Bilder erschlagen, beim zweiten Besuch bereitet man sich ordentlich vor und geniest die Kunst. Die Uffizien lassen wir diesmal ausfallen. Man muss sich entscheiden. Wir kommen bestimmt auch noch ein 4. Mal vorbei. Florenz hat etwas für sich; schließlich kommen wir aus Elbflorenz.
Ich könnte jetzt noch die Elfen aus Marmor beschreiben, etwas zu Rubens, Tizian, Giorgine, und D'Agnolo, auch zu Lippi beifügen, aber ich kann das alles nicht in Worte fassen.


  • Tizian
  • Raffael
  • Raffael
  • auch die Kleinen haben etwas
  • Intarsien in Marmor
  • Venus laust Amor
  • Tizian und Giorgione


8.Tag
29.5
Di

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Neuer Start. Dummerweise muss ich diesmal sogar 4 Mal vom Rad. Aber dafür schalte ich bergauf nur 2 Mal auf die eins (links). Ich komme besser mit der zwei und wähle dann rechts zwischen 1 und 9. Damit erreiche ich laut meinem Fahrradcomputer eine ∅ von 13,22 km/h.
Oben angekommen stelle ich fest, kein Geld, weder in der linken noch rechten Hosentasche, also auch kein Bier. Heidi achtet immer darauf, dass ich Wasser mitnehme, was natürlich kein Ersatz ist.
Meine verschwitzten Sachen kurz gespült und aufgehängt, danach ein Hefeweizen und dann viel Ruhe.
Jetzt warte ich auf den Ruf meines Muezzins:

“Essen ist fertig”



9.Tag
30.5
Mi

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Wiederholt sich jedes Jahr. Also planschen wir mit Sekt und schwatzen über und von lustigen Begebenheiten.


Auch heute wieder einen Versuch. Wieder 3 mal abgestiegen aber diesmal an anderen Stellen. Aber ich schalte fast nicht mehr auf die eins. Ich kämpfe jetzt mehr.

In Norwegen lernten wir einen Hamburger Radfahrer kennen, der sagte: absteigen ja, aber schieben nie. Ich habe den Spruch etwas variabler gestaltet: Absteigen ja, schieben ja, aber mitfahren nie. Ich werde die Familie auf dem Laufenden halten. Aber ein ∅ von 14,05 km/h darf verbessert werden. Wenigstens gab es oben angekommen, ein kleines Bier.
Jetzt gehen wir über zum Kaffee und Champus.



10.Tag
31.5
Do

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Wir wieder in Florenz. Vom Bahnhof zum Ziel. Unterwegs einen Bilderrahmentischler getroffen, wenig gesprächsbereit kennengelernt. Dann den Tappeziermeister fotografiert, also einen der mit Stoff arbeitet.

Unser Ziel erreicht, die Allerheiligenkirche Ognissanti.

Mit 68 Jahren erfahre ich in den letzten Jahren mehr über den Islam als über unsere Geschichte, so dass mir zu Allerheiligen nur meine Frau einfällt.

Wenn wir uns wieder auf das Wesentliche konzentrieren, lernen wir in der Kirche, die die Familienkapelle der Seefahrer Vespucci beherbergt, die Schutzmantelmadonna kennen.
Die als Madonna gemalte Jungfrau (?) soll seinerzeit in Florenz die Liebreizendste aller Zeiten gewesen sein. Durch das Gemälde seines Freundes Ghirlandaio wurde Botticelli auf dieses Mädchen aufmerksam und nahm sie fortan als Modell für seine Venus (Uffizien) und viele andere Bilder (Pitti-Palast).
Botticelli wurde in der Kirche beigesetzt.
Heidi schwatzte mit der Aufsicht, so erfuhren wir vieles, welches nicht in meinem Führer von Florenz stand. So steh ich etwas seitab und schau den beiden zu, vermeide aber jeden Blick auf meine Uhr. Und ja, Geduld könnte mein zweiter Vorname sein.
Wir laufen weiter und krabbeln nach oben auf den Platz Michelangelo. Der Blick auf diese Stadt ist immer ein Erlebnis. Wir drehen langsam ab und suchen einen Weg nach unten, abseits der Touristen. Ein Mann aus einem schweizer Hotel hilft uns und wir finden den Weg zum letzten Ziel des Tages.
Nicht ohne noch ein Bier und eine Pizza zu verköstigen.
Das Museum des Domes, 16 € Eintritt, Heidi dreht ab, ich stürze mich ins Vergnügen. In das Museum sind die Kostbarkeiten aus dem Dom gekommen, die durch Kopien ersetzt wurden oder ersetzt werden mussten, aber auch berühmte Kopien großer Meister. Nur hier hat man sie jetzt fast in Augenhöhe. Darunter eine Figurengruppen von Michelangelo. Dieser hatte wegen der minderen Qualität des Steines die Arbeiten abgebrochen und einen anderen Künstler die Arbeit beenden lassen. Viele Arbeiten von Pissaro, Donatello oder auch Rabbias und Francavilla konnte man sehen, so dass dieses Museum eine der bedeutendsten Skulpturensammlung der Welt beherbergt.



11.Tag
1.6
Fr

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Nichts Neues an der Fahrradfront. Es war nicht mein Tag. Das Bier war auch ausverkauft. Scheibenhonig!
Wir bringen den Tag um. Als wir uns endlich aufgerafft haben, ist das Tor zu. Mittagsruhe auf dem Platz, kein entkommen.
Es ist 14:3o, wir brechen auf, dass Tor ist wieder offen. Dann die Enttäuschung, COOP macht Samstag 14:oo zu. Uns blieb Lidl. Auf die kann man sich verlassen.
Wie jeden Tag ziehen wir unsere Bahn im Pool. Ich einmal hin und einmal zurück, Heidi beweist ihre Ausdauer im Wasser. Sie trinkt auch gerne Selters. Nach Rotwein schmeckt hier nichts.
Wir genießen unser Abendbrot in der untergehenden Sonne vor dem Wohnwagen. Die Mücken laben sich an mir.



12.Tag
2.6
Sa

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Es gab schon wieder kein Bier. Warum tue ich mir das an? Wieder nur ein ∅ von 13 km/h. Eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl.
Die Sonne brezelt heute wieder den ganzen Tag. Schon wieder 33°C. Heidi zieht wieder ihre Bahnen. Mir ist die Brühe zu kalt. Es ist ein richtig fauler Tag, aber nicht meine Schuld. Ein Buch mit Sprüchen versöhnt mich mit dem Rest des Tages. Der Herr, der mir eine Freude bereitet hat, heißt Dostojewski. Dieser gab von sich:

Einen Menschen lieben heißt.
ihn so zu sehen
wie Gott ihn gemeint hat.



13.Tag
3.6
So

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Den Tag vergessen wir. 183 km gefahren ohne auszusteigen. Das eine Navi zeigte etwas anderes wie das Neuere. Dieses, welches das Richtige anzeigte, hatten wir den Ton abgedreht. Das Neuere mit Here sagte aber keinen Ton, so dass ich an zwei Abfahrten der Autobahn vorbeizog. Ein Zigeunerlager, ab vom eigentlichen Weg zeigte uns das Navi auch. Nachdem es uns dann auch noch 15 km auf eine Landstraße jagte, nur um in einem Kreisverkehr zu wenden, gab ich die Adresse vom Zeltplatz ein. Das alte Navi brachte uns nach 20 min zum Campingplatz.
Aber der Tag war schon nach dem ersten Kilometer zum Vergessen. Beide Bücher über die Toskana lagen noch im Wohnwagen, der Autoatlas ebenfalls, und die Klimaanlage funktionierte auch wieder nicht richtig. Das lag aber an der Halterung vom neuen Navi. Mit einem Druck auf eine Taste konnte es passieren, dass ein Fuß derselben, die Automatik der Klimaanlage ausschaltete. Dazu kam noch, dass wir die Stimmung anheizten.
Also einfach streichen und vergessen.
Aber man kann auch lachen. Da gibt es Autos mit und ohne Hinterradantrieb. Dummerweise ist der Platz am Hang. Ein kurzer aber steiler Hang und die Straße ist eine Schotterpiste. Gerade ließ ein Holländer sein Auto mit Wohnwagen von 4 Leuten nach oben schieben, nach dem er es 10 min ohne Hilfe versucht hatte. Er kam im oberen Drittel des Hanges zum Stehen. Das wirklich blöde daran ist, man kann sich mit dem Wohnwagen an dem Hang nicht wieder nach unten rollen lassen, da man in einer Kurve zum Halten kommt und zwar in dem Augenblick, wenn man vom zweiten Gang in den ersten Gang schalten muss.
An der Rezeption wird man darauf aufmerksam gemacht und gefragt: schafft ihr Auto dieses auch. Unser Heckantrieb macht solche Probleme nicht, aber wir hatten schon einen Passat und damit haben wir auch schon einiges erlebt.



14.Tag
4.6
Mo

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Heute war es mein Tag. 58 min, das war es. Der neue ∅ ist 14,51 km/h. Nur zweimal abgestiegen. Da ist klar, der Toursieg ist nur 10 cm entfernt, von der Pedale bis zum Asphalt. Wer absteigt verliert.
Morgen in der früh nehme ich wieder die kleinen Pedale unter die Füße und werde dann einmal sehen was der neue Tag außer neuen Sprüchen so bringt.
Wir bummeln in den Tag. Drei Familien mit Zelt um uns herum reisen ab. Das sind in der Summe 4 Kinder im Alter zwischen 1 und 3 Jahren. Man kann aber feststellen, die Eltern gaben sich viel Mühe mit ihren Sprößlingen.
Dann waren wir bei COOP in Pistoia. Der Korb war nicht gefüllt aber wir bezahlten 50 €. Es waren nur Sachen dabei, die man auch mal probieren sollte. Na ja, da wir aber schon das dritte Mal hier sind, kannten wir das eigentlich schon alles. Aber übers Jahr wird man so vergesslich.
Kaum im Wohnwagen schlürften wir vom Sekt, naschten von allem anderen, dies sollte aber nicht das Abendbrot sein; mehr eher ein spätes Kaffeetrinken. Heute am Abend gibt es jedenfalls etwas vom Rind, Spargel, und einen kleinen Schluck Rotwein, wir wollen eigentlich nicht wissen wie das alles so geerntet und hergestellt wird. Der Herr ist vielleicht mit Wichtigerem beschäftigt.



15.Tag
5.6
Di

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Das Chianti Gebiet durchforsten wir heute mit dem Auto. Unser Ziel ist eine kleine Stadt, San Gimignano. Es soll die am besten erhaltene mittelalterliche Stadt in der Toscana sein. Mindestens zehn Türme stehen noch in der Stadt. Sie gehören den Familien, die sich bei Streitigkeiten in sie zurückziehen konnten. Natürlich kletterte ich auf den Turm des Rathauses, nur um beim Ausstieg mir die Rübe einzustoßen. Der Ausblick gilt dem Chianti Gebiet und dem kleinen Städtchen unter mir. Wir bummeln durch die Gassen, von denen es auch einige ohne Touristen gab. Es ging aber ständig auf und ab. Müdigkeit überkam uns uns. Nach über 2 Stunden ging es zum Parkplatz zurück.

  • Rathaus und Dom
  • Blick nach Süden
  • Blick nach Westen
  • Porta Matteo
  • Dom mit Fresken
  • Wohntürme um den Rathausplatz
  • Blick in Richtung Osten
  • Porta san Giovanni


Das Foltermuseum soll laut Müller Verlag nicht für Kinder geeignet sein, so machten auch wir einen Bogen um dieses. Der Dom, schmucklos von außen aber innen mit feinster Freskenmalerei. Kurz gefasst: linke Seite - jüdische Geschichte und die rechte Seite neues Testament. Der heilige Sebastian, wie immer als Schönling dargestellt und hier mit mindestens 30 Pfeilen niedergestreckt wird umrahmt von Bildern aus der Hölle. Unzucht wird in der Hölle getrieben und die Teufelchen in von ihrer schlechten Seite gezeigt.
Entsprechend der neuen EU Datenschutzgrundverordnung konnte ich dies Bild aber hier nicht zeigen, da ich von einigen euch Teufelchen keine Genehmigung habe, und ihr euch vielleicht hier im Sündenpfuhl wieder erkennt.



16.Tag
6.6
Mi

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Der Herr des Wohnwagens ist krank. Seit gestern Abend hat sich ein Husten bei mir eingenistet. Auch das Schlucken fällt mir schwer. Die Rotweinflasche bleibt somit geschlossen.
Heute musste ich auch nicht aufs Rad. Ach, ich fühl mich einfach krank. Meine Nase ist wie ein geöffneter Wasserhahn, sie läuft, wenigsten etwas bewegt sich. Nein, die Erdbeeren mit Schlagsahne habe ich nicht verschmäht, noch atme ich.
Aber morgen wieder ....


Jetzt, zum Nachmittag, sieht Heidi Fernsehen. Unterwerfung, von Houellebecq im ARD. Das die so etwas bringen, langsam werden auch die Funktionäre des Öffentlichen Rechtlichen .. munter, oder sie haben auch langsam Angst, dass hier etwas schiefläuft. Mediathek des ARD, eine Empfehlung aber nur für "Unterwerfung". Die Kritik war schlecht, ja sie war misserabel, ein Grund mehr, selber mal nach dem Rechten zu sehen.



17.Tag
7.6
Do

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Wir laufen durch die Toskana. Oliven und dazwischen viel buntes Gras. Die Toskana kann man auch kosten. Heidi zerrt gerade an einer Fenchelwurzel, diese soll heute noch in die Pfanne. Wir laufen auch manchmal einen Weg entlang, nur um festzustellen, hier geht es nicht weiter.
Heidi hat mich heute noch für krank erklärt. So blicken ich und das Fahrrad uns traurig an. Da es noch Sonne gab, wie wir später erkannten, dass letzte Mal heute, tauchten wir im Pool ab. Essen und dann einen segenreichen Mittagsschlaf. Dieser wurde aber abrupt beendet, Hagel. Diese kleinen Kullerchen drangen in den Wohnwagen ein. Die Dachfenster wurden geschlossen und nach einer Stunde konnten wir uns wieder unterhalten, weil der Starkregen sich langsam zurück zog. So wollte auch ich mich wieder zurückziehen, wurde aber ausgebremst mit einer kleinen Frage:Wolltest du nicht Kaffee kochen?"



18.Tag
8,6
Fr

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Für 4 € bekamen wir 1kg Aprikosen und 800 gr. Kirschen und für 1,5o € erhielten wir auch 1 kg Tomaten und eine Gurke. Das waren Tomaten.
Der Markttag in Pistoria. Der Markt kostete uns mindestens eine Stunde, es war eine Mischung aus Frankreich und Märchen. Beim Lidl nur Butter und Milch. Auch Coop lauerte wieder unübersehbar am Ortsausgang. Brot, eine große Scheibe Entrecote, Aranchina, Rotwein, Bier und noch ein Paar Kilo, damit es wie ein Einkauf aussieht. Nicht zu vergessen das Heidi in der Apotheke für meine Gesundheit 18:oo € bezahlte.
Wir warten auf das nächste Gewitter.



19Tag
9.6
Sa

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Gegen 10:oo ist es dann soweit. Ich steige aufs Rad. Auch die Sonne will sich dies nicht entgehen lassen. Eine Runde 4 km. Nach 30 min noch eine Runde. Die (das oder der) Fitbit zeigt Kardio an, kurzfristig, das muss nichts bedeuten. Man sollte solchen Spielereien nicht zu viel Geltung geben.
Heidi ist zwar anderer Meinung, aber ich fühle mich wieder gesund. Ich erinnere Heidi an die Uhrzeit und sage ihr auch, dass mein Magen die gleiche Meinung hat. So stellt auch sie fest, ihr Mustermann ist auf dem besten Weg zur Gesundung.



20.Tag
10.6
So

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Ich musste heute bis 17:34 warten, ehe ich die Story des heutigen Tages erwischte. Bis dahin gab es auch nicht das Geringste, welches sich eventuell lohnte, in meine Wortwahl zu fassen. Aber 17:34 geschah es dann.
Ich schwatzte gerade mit meinem Bruder als Heidi, aus welchen Gründen auch immer um den Wohnwagen lief. Ein dumpfes Geräusch, der Wohnwagen bewegte sich leicht und danach Stille. Ich erkannte sofort das Drama welches sich jetzt, hier im Diesseits abspielte. Diese Abfolge hatte ich schon mindestens 10 Mal am eigenen Körper erlebt.
Heidi war mit dem Kopf, eigentlich mit der Stirn gegen das weit geöffnete Heckfenster gerannt.
Ich holte Heidi in den Wohnwagen, legte sie auf das Bett und presste das Kühlkissen, aus dem Frost, auf Ihre Stirn, welches ich mit einem Waschlappen unterfütterte.
Da Heidi dieses Prozedere an mir des Öfteren, über die Jahre erfolgreich angewendet hatten, fielen mir die Abläufe sehr leicht und es gelang mir, dem Ganzen Ruhe zu verleihen.
Als aus dem Einschlag eine Beule wurde, ließ der Schmerz langsam nach.
Wir gehen schwimmen. Ziehen eine Bahn und noch eine.
Die Stirn zeigt eine leichte, kaum wahrnehmbare, Farbveränderung. Morgen früh aber ...



21.Tag
11.6
Mo

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Im Gegensatz zur Merkelschen Philosophie, wir reden Morgen über das Wichtige von Heute, vermelde ich sofort, die Blaufärbung von Heidis Stirn ist ausgeblieben.
Wir fahren nach Florenz. Der Palazzo Vecchio, das ehemalige Rathaus, heute mit Event und wir ohne Einladung. So war der Schwung schon in der Eingangshalle zum Erliegen gekommen. Also leichte Drehung um 180° und in Richtung Ausgang. So bummeln wir durch das Florenz zu Zeiten der Medicis.
Zeit ist keine physikalische Größe und so geht es langsam bei 30°C durch die Stadt, in Straßen, die scheinbar ohne jegliche Planung entstanden sind und die manchmal auch ein gemauertes Ende haben. Wir schauen in Hinterhöfe mit viel Grün, in Treppenhäuser mit viel Kunst. Einmal kamen wir auch in einen Hof, weil die Tore offen waren, aber sich hinter uns wieder schlossen. Man kann sich aber auf die Raucher verlassen die nicht in der Wohnung rauchen dürfen und so öffnete uns eine Raucherin an einem kleinen Schalter wieder die Tore.
Wir werden immer langsamer, schleichen noch durch die große Bibliothek und lassen uns mit hunderten anderer Touristen zum Bahnhof treiben.
Der Kopfbahnhof voll. Es kommt nur der auf die Bahnsteige, der einen gültigen Fahrschein vorweisen kann. Da werden den Beamten Smartphone, kleine oder große Zettel gezeigt und geprüft. Viele stehen vor den Kontrollen und starren auf die Anzeige, wo eigentlich der Bahnsteig der einfahrenden Zügen stehen sollte. Da auch unser Zug zwar aufgeführt ist, aber ohne Bahnsteig, ziehe ich Heidi mit auf irgendeinen Bahnsteig. Wir genießen die frische Luft und staunen auf die vielen Menschen vor den Kontrollen. Wir ganz Profis, erkennen sofort unseren einfahrenden Zug, schließlich waren wir bestimmt schon zehnmal hier. Wir schlendern zum Bahnsteig und steigen in dem Augenblick ein, als auch auf den Anzeigetafeln der Zielort angezeigt wird. Die Klimaanlage im Zug hilft uns ins Leben zurück.
Auf dem Parkplatz das Auto lüften und ab zu COOP. Nur Obst und Gemüse und ein dickes Stück Steak für Morgen.



22.Tag
12.6
Di

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Da wir auf Reifen stehen und zwar 3 Stück, verteilt auf die zwei Seiten und einen an der Deichsel, ist das Regenwasser nicht in unseren Wohnwagen eingedrungen. Es hat nur einmal geblitzt und einmal dazu gedonnert, aber wir saßen aufrecht im Bett.
Nach dem Frühstück sahen wir zwar die Sonne, aber sie schien sich nur zu verabschieden. Es gelingt uns wieder den Tag so zu gestalten, dass nur die Essenswerkzeuge bewegt wurden.
Auch der nächste Tag bringt keine Änderung, nur der Sekt ist alle. Der Rest ist reichlich.



23+24.Tag
13+14.6
Mi+Do

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Die Sonne versprach uns einen schönen Tag. Ein ständiger und leichter Wind half ihr auch dabei.
Wir zum Zug. Der Zug fuhr jetzt aber nicht. Da erinnerte sich Heidi an einen Bus, den wir schon einmal genommen hatten. Tickets holen und in den jetzt auf uns wartenden Bus einsteigen.
“Der Palazzo Vecchio, das ehemalige Rathaus, heute mit Event und wir ohne Einladung. So war der Schwung schon in der Eingangshalle zum Erliegen gekommen. Also leichte Drehung um 180° und in Richtung Ausgang.” Ja, Ja, das habe ich schon einmal geschrieben aber es ist uns heute wieder passiert. Wir sollten es 17:oo noch einmal versuchen.
Jetzt haben wir Zeit und bummeln zur Festung Basso. Einmal um die ganze Festung nur um gesagt zu bekommen, heute geschlossen, es ist ein Event. Wir sehen viele Herren mit Kleiderständern rumhetzen. Es werden große und kleine Pakete hin und her getragen, alle schienen sehr beschäftigt.
Hier ein Eis und da eine Pizza. Von der Pizzatante bekommen wir die Rechnung. Da wird Heidi unruhig, die Dame hatte beim “Cover Charge” 8 € stehen. Wir wußten aber, dort sollte eine 4 stehen. Sie stand auf, sie ging hinein, und kam mit einem Lächeln wieder heraus, mit der neuen Rechnung.
Das war das erste Mal in 3 Jahren Italien.
Es wird weiter gebummelt. So waren wir gegen 17:00 wieder am Palazzo, nur um nochmals gesagt zu bekommen, ab 21:00 wären sie dann soweit, eventuell.
Jetzt wird dem Blutdruck befohlen sich abzusenken. Ich zündete sofort eine neue Idee. Wir waren nämlich an einer irischen Bar vorbeigekommen. Meinen Ausruf "Guinness" wurde von Heidi mit dem Ruf "Bahnhof" übertönt.
Wir hetzten zum Bahnhof und erreichten den Zug 17:1o auf den letzten Drücker. Am Campingplatz hüpften wir in die Badesachen und schwammen ein paar Runden. So saßen wir gegen 19:3o beim Abendbrot.
Nein, sauer sind wir nicht wegen dem Palozzo, wir wollten so oder so noch einmal vorbei kommen. Florenz, der Campinplatz Belsito hier in Montecatini, Lucca und manch anderes, es gibt hier noch viel mehr zu erkunden.



25.Tag
15.6
Fr

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Es ist Samstag und damit Markttag in Pistoia. Das ist für uns ein fester Termin. Dazu gehört immer auch ein Stadtbummel in das alte Pistoia. Bei dieser Hitze weht immer auch ein wenig Wind durch die engen Gassen. Der Markt mit dem Obst und Gemüse ist unser Ziel. Doch heute lassen wir uns auch in den Teil des Marktes treiben, wo es in erster Linie Sachen für Frauen gibt. Auch Heidi fast diese und jenes an. All das ist eine harte Geduldsprobe. Die Männer stehen meist auf dem Obstmarkt in Gruppen zusammen bzw. sitzen und trinken etwas. Die Hitze zwingt einen zur Ruhe.
Wir gehen in den Dom. Ruhe, Dunkelheit und angenehme Kühle. Heidi setzt sich hin und sieht mich die alten Sachen bewundern. Im 11. Jh. baute man den Dom wieder auf, da der Alte abgebrannt war. Bemerkenswert der Silberaltar des heiligen Jakobus mit 628 Figuren. Nein, ich habe sie nicht alle gezählt und ja, sie waren alle noch dort als ich ging. Einen Seitenausgang durchschritten und wir standen in der Königsstadt der Longobarden um 1115. Elektrokabel, ähnlich Girlanden, gezogen von Haus zu Haus, holten uns ins Jahr 2018 zurück.
COOP, vollklimatisiert, da kommt dann wieder Freude beim Einkaufen auf. Doch nach dem Bezahlen muss man wieder zum Auto und dieses Köchelt vor sich hin.
Wir warten bis gegen 18:oo und dann tauchen die Haie wieder in den Pool. Es werden uns für die nächsten Tage konstant 34 °C versprochen. Als werden wir bezahlen und am Montag in den Trentino fahren.



26.Tag
16.6
Sa

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Ich bin zwar des Öfteren abgestiegen, habe das Fahrrad aber heute nicht einen Meter geschoben. Der neue ∅ ist 14,89 km/h. Absteigen, stehen bleiben und sich wieder sammeln ist allemal besser. Weiterlaufen und Fahrrad schieben bringt nichts. Die Erkältung hatte mir doch mehr zugesetzt als gedacht.
Die Fahrradsachen wieder durchgeklunkert und auf die Leine gehängt, geduscht und den Blick aufs Bier gerichtet, ich erhole mich wieder. Die einzige offene Frage ist jetzt, mit was wird mich Heidi zum Mittag überraschen.
Es gewittert deutlich und lange hörbar, wir sehen keine Blitze, ca 200 Tropfen Nass erreichen unseren Wohnwagen. Es gibt keine Abkühlung.
So gegen 18:00 verwandeln wir uns wieder in Haie und durchpflügen den Pool.
Während des Abendbotes pegelt sich die Internetverbindung zu Paula in Ägypten auch langsam ein. Wir bekommen Bilder von Goldfischen oder Ähnlichem sowie Schildkröten aus dem Roten Meer.



27.Tag
17.6
So

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Der neue ∅ ist 15,2 km/h, Rekord. Das Bier hat mich nach oben gelockt. Heute gab es das erste Mal richtig Gegenwind. Unterwegs überholten mich Deutsche. Ich grüßte höflich. Er sagte, sie sind aber ganz schön flott am Berg unterwegs. Dann zogen die Beiden am mir vorbei und ich hörte dieses Geräusch des E-Motors. Ich hielt an und stellte mein Rad an den Rand. Leichte Depressionen stiegen in mir hoch. Beim Einatmen schmerzten die Bronchien. Aber dort oben wartete ein Bier auf mich.
Wir werden Morgen langsam zurück fahren in Richtung Heimat, wahrscheinlich hat damit mein Kampf gegen den Berg sein Ende gefunden. Am Elbradweg gibt es auch Bier. Mein buntes Trikot verflüchtigt sich wie eine Seifenblase, dabei hatte ich mir schon eins vom "Chianti Classico" herausgesucht. Aber in 2 Jahren werde ich 70, das wäre doch ein Grund, falls ich dann beim Aufsteigen mein Bein noch über den Sattel bekomme.


Heute wieder eine Avocado aus Israel gekauft. 500 gr. für 1,37 €. In Deutschland gibt es solche großen Avocatos nicht und der Preis ist unschlagbar. Wie schon erwähnt, das ganze Gemüseangebot einfach köstlich, auch die Tomatenvielfalt ist nicht zu beschreiben, vom Obst erzähle ich ein anderes Mal.


Die Hitze knappert an uns, 34°C im Wohnwagen und davor in der Sonne 42°C. Die Haie machen sich fertig und werden den Pool wieder aufwühlen.



28.Tag
18.6
Mo

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Auf Schusters Rappen nach Montecatini Therme. Wir suchen in Montecatini Alto den Wanderweg nach unten. Das letzte Mal sind wir wegen Regen wieder umgekehrt. Nach etwa 45 min kommen wir unten an. Nicht ohne den Gästen der Standseilbahn unterwegs zu zuwinken, denn auf unserem Weg nach unten begegnen wir ihnen. Dank dem Schatten der Bäume huschen wir durch die Stadt. Der Stadt fehlt es offensichtlich am Geld. Sie kann die Gebäude kaum erhalten. Aber man erahnt welche Schönheit diese Kurstadt einmal hatte. Die Hitze hat wieder kein Erbarmen mit uns und wir lassen uns von der Standseilbahn nach oben fahren. Aber die Altstadt, Montecatini Alto, bringt auch keine Kühle.
Nach der Ankunft sind wir sofort in den unteren Pool. Über dem Campingplatz weht ein leichter Wind, so bleibt es im WoWa bei 35°C während draußen unangenehme 44°C herrschen. Am Abend werden wir dies mit dem Pool wiederholen.
Jetzt nehme ich mir die Zeit, Fehler zu suchen. Es gibt da die dt. Rechtschreibung und Grammatik und die ungeordneten Gedanken, die ich in Text umwandle. Wie soll die Familie erahnen, was ich zwischen zwei Sätzen an Wissen voraussetze. Aber noch schlimmer wird es, wenn ich ältere Einträge lese und selbst nicht mehr erahne was ich damals gemeint habe.
Es gibt noch viel zu tun; wer schreibt denn solche Sätze. Und ich bemühe mich; stand das nicht Mal in einer meiner Beurteilung.



29.Tag
19.6
Di

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Ein letzter Rundgang hier in die Toskana. Heidi geht bezahlen. Mit ACSI kostete die Nacht hier 19,oo €, für die Tage kommen noch 5 € Gebühr dazu. Keine Müllgebühr, keine Stromgebühr, nichts zusätzlich. Heidi kauft noch 2 mal Olivenoil. Das Oil ist von den Bäumen die auf dem Campingplatz und auf dem Hang hier stehen. Der ganze Hang gehört auch zum Campingplatz. Wir glauben, das es 100 % Toskana ist. In allen Läden gibt es Olivenoil mit der Aufschrift 100% Italien. Die Aufschrift Olivenoil Europa kann man fürs braten verwenden. Europa bedeutet das die Oliven in Europa gepresst wurden, woher diese stammen steht nicht drauf. Aber der deutsche mündige Bürger will das gar nicht wissen.
Die Hitze treibt uns in den Pool.
Wir packen zusammen.
Morgen in der Früh soll es losgehen. Heidi will 6:3o aufstehen. Meine Erkältung mit dem Starken Husten ist verschwunden, Heidi übernahm das komplett. Sie hustet stark und laut. Sie hat auch leichte Temperatur.



30.Tag
20.6
Mi

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Pünktlich aufgestanden, pünktlich den Campingplatz verlassen und eine halbe Stunde in Florenz im Stau auf der Autobahn gestanden. Als wir in Modena auf die Brennerautobahn auffahren ist Überholverbot für LKW und Wohnwagengespanne auf allen 314 km und ca 100 Schilder erinnern einen daran. Also fahren wir zwischen 80 und 90 km/h. Vorn LKW und hinten LKW und dann fliegt der Tempomat raus. Der LKW wird sich hüten zu überholen, aber es ist mir nur einmal passiert.
In Bozen verlassen wir die Autobahn und ziehen auf der Landstraße nach Österreich und genießen die Aussicht auf die Alpen. In Sterzing kaufen wir noch einmal italienisches Obst und Gemüse.
Eine Gewitterfront liesen die Temperaturen kurzfristig auf 19°C absinken um sie danach sofort wieder an die 30°C Grenze zu bringen. Wir machen in Hall eine Pause und fahren am Morgen weiter in die Oberpfalz. Das Schwimmbad direkt am Platz hätten wir kostenlos nutzen können, nach einer Wanderung bestimmt belebend, aber wir kamen von Autobahn und träumten von einer ruhigen Nacht.



31.Tag
21.6
Do

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In Hall gab es noch eine Wanderkarte. Der Herr des Campingplatzes würde sich freuen, wenn wir wiederkommen, er fütterte uns also etwas an. Unser Ziel heute der Murner See in der Oberpfalz. Nach der Autobahn mit Staus in Österreich und Deutschland erreichen wir den Campingplatz und stehen von 13:30 bis 14:45 vor der verschlossen Schranke.
In Hall waren noch 29°C. Seit München regnete es des Öfteren und die Temperaturen sind jetzt bei 15°C aber es soll noch kälter werden am Abend.
Heidi hat immer noch starken Husten. Sie benutzt jetzt die Medikamente, die wir in Italien für mich gekauft hatten.
Morgen gehen wir auf die Pirsch. Erlegt werden Pilze und wenn diese sich wieder verstecken sollten, werden die Heidelbeeren dran glauben.



32.Tag
22.6
Fr

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Heute Nacht waren 6°C. Trotz dicker Regenwolken sind wir aufs Rad. Erst haben wir Himbeeren gekostet, danach haben wir auch von den Heidelbeeren genascht. Schließlich riefen auch noch die Butterpilze nach Heidi. Nach 10 km sind wir wieder am Campingplatz.
Jetzt gibt es erst mal Mittagessen, mit den Pilzen und mit einem großem Stück Fleisch. Während ich den Abwasch erledige schwatzt Heidi mit den Nachbarn. Für mich stellt sich wie immer die Frage, wie kann man so lange schwatzen ohne ein Bier in der Hand zu halten.
Aber die Sonne drängelt sich jetzt immer öfter durch die Wolken.
Es geht wieder in den Wald. Wir wuseln in gebückter Haltung durch den Wald. Den Heidelbeeren geht es an den Kragen. Ich gebe zu das Eimerchen ist etwas voller als mein Krug. Aber ich habe auch gepflückt. Ein wenig nur, aber der Einsatz zählt.
Weil ich fleißig war, bringt Heidi eine Flasche Sekt aus dem Trentino auf den Tisch. Ich glaube der Grund war mein Fleiß. Also ich glaube ganz fest daran.



33.Tag
23.6
Sa

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Der Campingplatz am Murner See hat auch einen Radweg und den fuhren wir heute ab. Natürlich war auch ein Eimerchen für die Heidelbeeren mit von der Partie. Viele Taucher waren am See unterwegs. Da sie noch nicht im Wasser waren, sahen wir sie und wunderten uns über deren Anzahl. Am Radweg war auch ein Aussichtsturm. Leider haben die Bäume, ihn mit ihrem Wachstum überholt, so das seine Größe nicht ganz so optimal für die Aussicht war. Nach 6 km waren wir wieder am Platz und bogen ab, damit Heidi sich eine ihrer Lieblingsfreuden erfüllen konnte. Heidelbeeren gab es ausreichend im Wald und Heidi gab sich große Mühe auch keine zu übersehen. Während ich auf die Räder aufpasste und wilde Tiere verschreckte, füllte sich das Töpfchen wie von allein. Auf dem Rückweg sah Heidi noch Himbeeren am Waldrand, so stoppte wieder alles. Morgen will sie 2 Eimerchen mitnehmen.
Wir waren der Hitze Italiens entronnen, so genießen wir jetzt die Temperaturen um die 22°C. Da Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft eines ihrer Gruppenspiele gestern Abend nicht verloren hatte, war es auch schnell ruhig auf den Campingplatz.
Die meisten Wochenendcamper sind heute abgereist. Der Platz ist wieder aufgeräumt und wir haben die freie Sicht auf den See vor unserem Wohnwagen.



34.Tag
24.6
So

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Aufstehen, Einkaufen und Räder in Schwung bringen. Heidi wollte an einer neuen Stelle nach Heidelbeeren suchen, um nach einer halben Stunde zu entscheiden wir fahren an die Stelle wo wir gestern waren. Nach 3 Stunden hatte Heidi ihre Behälter voll und wir fuhren zum Platz zurück.
Ich wieder aufs Rad. Uns fehlte Schlagsahne. Nach Schwandorf ging es nur bergauf. Unterwegs frage ich einen Franken nach dem Weg. Ein kurzer Schwatz und ich bekam rote Johannisbeeren. Die nehme ich meiner Frau mit, dieser Satz war für ihn Anlass eine kleine Tüte zu holen und mir noch mehr zu pflücken. Auf dem Rückweg kam ich wieder bei ihm vorbei und er stand bei den schwarzen Johannisbeeren. Also wanderten noch 2 Hände voll Beeren in meine Tüte.
Am späten Nachmittmittag lugte die Sonne auch mal wieder hervor.



35.Tag
25.6
Mo

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Heidi zwingt mich wieder in die Heidelbeeren. Mit einem Töpfchen ausgerüstet und der Vortreppe unseres Wohnwagens, welche als Sitzbank umfunktioniert wurde, wird erst mal sondiert, wo die dicken Beeren hängen. Das Bänkchen wird abgesetzt und Position eingenommen. Jetzt schlägt Heidi zu. Ich beobachte vom Weg aus ihr treiben. Heute hat sie die beiden Töpfchen schon nach zwei Stunden voll. Wir fahren weiter. Die Hoffnung auf Pilze wird nicht erfüllt.
Nach einem Schläfchen, das Essen war reichlich, Rouladen mit Bohnen, ruft wieder Edeka. Ich Quäle mich, wenn ich mich quäle wird Quäle groß geschrieben , wieder mit dem Rad durch die Hügel der Oberpfalz. Der Fleischer freute sich über meinen Besuch. Ich lernte neue Namen für mir schon bekannte Wurst kennen. Bei Edeka lief mir der Fruchtsaft der Aprikosen über die Hand als ich die Box drehte um die Früchte der unteren Schicht zu prüfen. Schokolade, Konfitüre, Quark und Bier für Heidi eingepackt und zurück. Am Wohnwagen angekommen fragt Heidi:“weshalb bist du eigentlich losgefahren?” Ja, Ja, ich sollte eigentlich nur Eier holen. Die Vergessensrate wird immer größer. Für Morgen haben wir noch 2 Eier, sollte für das Frühstück reichen. Habe also alles im Griff.



36.Tag
26.6
Di

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Heidi verschreckt wieder die Heidelbeeren. Ich schleiche durch den Wald derweil. Heidi ist manchmal schwer zu finden. Ich mach von der Fleißbiene noch 2 Bilder. Anschließend fahren wir noch ein Stück durch den Wald, an einem Flugzeugplatz vorbei und auf dem Radweg zurück zum Campingplatz.
Im Kühlschrank fehlen Eier. Ich melde mich freiwillig.
Ich springe ins Auto. Bei Edeka Bier holen, am Hühnchenwagen einen Broiler eingesackt und den Tisch gedeckt. Heidi kommt mit dem Abwasch zurück. Nach der Freude die Frage, und Eier, Morgen gibt es eben keine.
Ich räume langsam auf. Es geht zurück. Es lässt sich nicht mehr verhindern. Der Urlaub verabschiedet sich mit einer dicken Regenwolke.



37.Tag
27.6
Mi

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Wir kommen bis Wilsdruf. Stau, langsam nähern wir uns der Abfahrt und benutzen diese. Landstraße, es kommen dann etwa 6 Ampeln bis zur einer Auffahrt der Autobahn nach Prag. Wir sind fast allein auf der Autobahn.
Wir räumen alles nach oben. Die Waschmaschine läuft.

Woran merkt man, dass wir wieder zu Hause sind. Es sind die Autofahrer, die die Radfahrer bedrängen, 10 cm neben dem Lenkrad vorbeifahren und die Radfahrer an engen Stellen anbrüllen, weil sie auf den Fußweg fahren sollen, warum auch immer.



38.Tag
28.6
Do

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