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Ostseeumfahrung 2012
über Estland                  und Finnland

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Leider habe ich bisher nur eine Forelle fotografiert, wenns mal mit einem Ostseefischlein klappen sollte repariere ich das.

Aufstehen, Betten nach unten tragen, Kühlschrankinhalt aus der fünften Etage in den Kühlschrank im Wohnwagen bringen und danach den Wohnwagen ans Auto hängen.

Jetzt hatte der Wohnwagen aber Strom von der Autobatterie. Der erste Teil der 15 Liter Wasser aus dem Tank kannten ihren Weg. Ich hatte die Entlüftungsschrauben vom Warmwassertank noch offen, so dass unter dem Wohnwagen eine große Pfütze entstand. Während ich in den Bettkasten kroch um diese winzig kleine Schrauben zu schließen fragte Heidi: Was ist das für ein Geräusch? Ein Zug, antwortete ich, diese fahren nämlich bei uns in der Nähe. Nein, sagte Heidi und riss die Toilettentür auf. Jetzt begriff auch ich, dass der Wasserhahn der Dusche, durch die Möglichkeit den Strom zu benutzen, das Startzeichen für die Wasserpumpe gab. Die Toilette wurde geflutet.
Da ich den Ablaufstutzen der Dusche unter dem Wohnwagen aber verschlossen hatte, um jegliche Benutzung durch fliegendes Kleinviehzeug zu unterbinden, durfte ich mich jetzt auch noch unter den Wohnwagen legen um das Ventil zu öffnen. Es waren höchstens noch 8 Liter Wasser in der Dusche aber diese zwangen mich mit hoher Geschwindigkeit meinen Platz unter dem Wohnwagen zu verlassen. Ich belegte nicht den ersten Platz. Nach nun mehr als 11 Jahren lerne ich langsam meinen Wohnwagen kennen.
Es war eine ruhige Fahrt. Wir landen auf einem 4 Sterne Campingplatz in Poznan. Die Aussicht aus unserem Schlafzimmerfenster fällt genau auf die Gleise einer Parkeisenbahn, die hier am See fährt. 10 Meter neben unserem Wohnwagen. Noch lachen wir, mal sehen wie lange das heute noch geht. Über Morgen früh wollen wir uns noch keine Gedanken machen. Die zwei P auf den Schildern neben den Gleisen heißt aber zweimal pfeifen. Der Lokführer hält sich auch daran.



1.Tag
20.5
So

 

 



Die Lok weckte uns nicht. Mit der Straßenbahn ins Zentrum. Wir stiegen am Markt mitten in der Altstadt aus. Es war wie in Frankreich, Überfluss an Gemüse und Obst und alles zu Preisen, dass ich Heidi zurück halten mußte.
Wir auf den Platz vor dem alten Rathaus, dann zum Schloss und danach in die Franziskanerkirche. Das Schloss macht erst wieder im September auf und in der Franziskanerkirche verärgerte ich einen Priester. Ich wollte Heidi die Beichte abnehmen und war dabei einen der Beichtstühle zu erobern aber ich fuhr erschrocken zurück, da saß schon einer. Ich vermute, ich habe ihn bei seinem wohlverdienten Mittagsschläfchen gestört.
Polen ist so katholisch wie Spanien. Der Reichtum der Kirche ist verschwenderich. In der Franziskanerkirche waren die Lehnen der Sitze des Chorgestühls mit Perlmut ausgelegt. Dann in eine noch ältere Kirche, danach in die Stanislawa Pfarrkirche und dann ein Bier und ein Kaffee. Polen hat sich sehr verändert. Es wird überall restauriert oder neu gebaut. Mir wird hier klar, wie hässlich der Elbepark in Dresden-Kaditz ist. Nur Zweckbauten um Geld zu verdienen, da ist die Architektur hinten angestellt wurden. Die Stadtväter haben sich vielleicht auch etwas gedacht, wahrscheinlich noch weniger als die Genossen früher.
Punkt 12:00 kamen aus dem Rathausturm zwei Ziegen die entsprechend der Stundenzahl die Hörner zusammenschlugen, davor blies noch ein Männel auf seiner Trompete, auch er vom Turm oben.
Mittag am Wohnwagen mit frischen Erdbeeren. Am Nachmittag aufs Rad und zum Dom. Vorbei an einer Regattastrecke auf sehr guten Radwegen.
Die Posener Kathedralbasilika aus dem 10 Jahrhundert. Das Polyptychon mit der Mutter Gottes, der heiligen Katharina und Barbara und weiteren zwölf heiligen Frauen. Damals muss es so etwas noch gegeben haben. Heilige Frauen und das noch im Dutzend. In der goldenen Kapelle liegen 2 polnische Könige begraben.
Zurück um die Regattastrecke, kurz eingekauft und Abendbrot.
Die Polen sind alle sehr höflich. Bettler, nicht mehr als in Spanien auch.



2.Tag
21.5
Mo

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Gestern Abend juckte etwas ganz schrecklich. Ich verdächtigte Mücken. Hunderte Pusteln am linken Unterarm, auf meinem Bauch und ein paar auf der linken Schulter sagten mir, diesmal waren die Mücken unschuldig. Eine Allergie, hatte ich auch noch nicht und Heidis Ursachenforschung führten zu keinem Ergebnis.
Kornik war heute unser Ziel. Eine Empfehlung von Herrn Leipold. als ich Kornik ins Navi eingab, kam zur Antwort: Die CD kann nicht gelesen werden. Die Original CD´s liegen zu Hause. Da gehen sie wenigstens nicht verloren. Also Atlas von Polen hervorgeholt; habe ihn jedenfalls nicht umsonst gekauft. Garten kommt immer gut an bei meiner Frau, also haben wir einen Tag auf dem Campingplatz nach gezahlt und fahren zum Arboretum Kornickie.
Polyptychon und Arboretum kommen in meinem Wortschatz nicht allzu oft vor, aber auch Menschen wie du und ich, vor allem in meinem Alter sind immer lernbereit.
Wir kommen in Kornik an und sehen ein Märchenschloss, etwas herunter gekommen aber schön anzusehen. Das Schloss ist im inneren eine Augenweide. Nach dem wir Pantoffeln übergezogen hatten, schlurften wir auf einem fantastischen holzgetäfelten Fußboden durch die Zimmer. Es war sehr glatt, so daß die Drehung mit Ausfallschritt, welche ich vollführte der Kindergruppenführerin ein Lachen herausplatzen lies.
Das Türkenzimmer, das ist meine Bezeichnung für das was wir dort sahen, erinnerte uns an Granada/Spanien. Auch in den anderen Zimmern nur staunen, die Möbel mit den Verzierungen, die Schränke mit den Schnitzereien, das Meißner Porzellan und das aus Delft und das Spinett an dem schon Chopin gespielt hat. Auf der Treppe nach unten mußten wir dann die Schlürfer ausziehen, die Geschwindigkeit mit der man sonst unten angekommen wäre, hätte bestimmt einen deutlich hörbaren Aufprall nach sich gezogen. Vom Äußeren ähnelte es Hlubocka in Südböhmen wo auch so ein Schloss im englischen Stil steht.
Jetzt in das Arboretum oder vielleicht der oder die, also in den Garten. Der Garten mit Bäumen aus aller Welt, Azaleen, Magnolien, in allen Formen und Farben, Die meisten Bäume wurden vor meiner Zeit hier gepflanzt und die meisten werden hier noch stehen ....
Die ganze Anlage sehr gepflegt mit vielen Tafeln für Kinder und an den meisten Bäumen Schilder in Polnisch und Latein. Na ja, das sind halt die Schwierigkeiten die ein Tourist einfach wortlos erträgt, das hat mit dem schönen Tag heute schließlich nichts zu tun.
Am Wohnwagen geht leichter Wind, es sind nur noch 31° C.
Das Jucken meiner Pusteln hört langsam auf. Mein Navi arbeitet wieder mit der CD zusammen. Aber ich stellte fest, dass meine Vorbereitung auf unsere Reise etwas nachlässig verlief, denn ich hatte nur die CD für Osteuropa mit. Die CD mit Finnland, Norwegen und Schweden liegt noch zu Hause. Auch hier geht ein Danke an Herrn Biedermann, denn den Atlas mit diesen Ländern habe ich von ihm geschenkt bekommen.



3.Tag
22.5
Di

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Ruhiges umsetzen von Poznan nach Torun. Hitze, 34°C im Wohnwagen. Torun ist Weltkulturerbe, werden wir morgen in Ruhe erkunden. So waren wir nur kurz mal eine Stunde bummeln. Heidi schenkte erst einer Zieharmonikaspielerin (etwa 12 Jahre, Zigeunerin) beim ersten vorbeigehen 5 Zloty, wie wir wieder vorbeikamen auch noch Erdbeeren. Hoffentlich freuen sich Ihre Eltern über die Erdbeeren.

Wir haben Fenestil für meine Pusteln gekauft. Auch Voltaren, nicht für mich, wir sind halt in die Jahre gekommen. Eine Kirche besucht, Baujahr 1309, alt mit Schwamm, wird restauriert. Mein Kleingeld geopfert, wird nicht viel helfen.
Der Zeltplatz liegt an der Straße nach Warschau. Hinter der Straße ein Bahnhof. Die Lautsprecher des Selbigen sind sehr gut zu verstehen. Zwei Nächte, dann nach Elblag. Dort soll es einen ganz ruhigen Platz geben.



4.Tag
23.5
Mi

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Die Sonne lachte, etwas Wind also zur Fähre über die Weichsel. Wir begegneten den Leuten, die gerade übergesetzt hatten. Nach 45 Minuten warten, winken, rufen und pfeifen verloren wir die Geduld und liefen über die Brücke zu einem der Stadttore hinein.
Da stand eine Basilika, die Kathedrale Janow, steinalt, wird restauriert, Polen 8.000.000,oo und Europa 4.000.000,oo Zloty. Man konnte nicht alles sehen, da Baugerüste vieles verdeckten.
Als wir aus der Kathedrale herauskamen stürzte ein etwas dunkelhäutiger Typ auf uns zu, bückte sich und hob einen goldenen Ring auf, der scheinbar vor uns lag. Wir lachten beide sofort laut los. Der Typ nahm ohne weitere Worte seinen Ring und verschwand. Den Trick mit dem Ring war uns bekannt, so bekam er kein Geld und wir verzichteten auf einen goldfarbenen Blechring.
Also die Stadt gibt sich viel Mühe, ein paar wunderschön rekonstruierte Häuser, Ein schönes Rathaus und Kirchen, mindestens so viele wie in Spanien. Sie werden in spätestens zehn Jahren auch so glänzen wie die in Spanien. Es gibt noch mehr Ähnlichkeiten mit Spanien. Krankenwagen und Polizei fahren fast immer mit eingeschalteter Sirene, auch wenn keiner ihren Fahrweg benutzt oder sie sonst stören könnte. Brot und Selters kaufend auf dem Rückweg, abseits der Hauptstraße ein Kneipchen. Für jeden ein Bier und Hühnchen mit Kartoffelbällchen machte 51 Zloty, also 13 €. Durch die Stadt wuselten pausenlos Kindergruppen auch durch die Kirchen und alles andere Sehenswerte.
Auf dem Rückweg seh ich doch wie Leute in unsere Fähre einsteigen. Ich pfeifend und winkend ein Zeichen gebend und der Fährmann legte wieder an.
Das große Wunder aber war, dass Heidi in diese Nußschale stieg. Zwölf Sitzschalen waren auf ihr befestigt. Sie kämpfte gegen die Strömung, natürlich das Schiffchen.



5.Tag
24.5
Do

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Wir fahren mal wieder. Es geht nach Elblag. Abweichend von meinem Plan aber auf Empfehlung eines älteren Ehepaares aus der Gegend vom Heidelberg.
Es ist so wie das Ehepaar berichtet hat, diesen Campingplatz betreiben ältere Leute, die fleißig wie Bienchen umherschwirren und jede Frage beantworten.
Polen heute, Heidis Vorstellungen von Polen werden revidiert. Höfliche Leute überall, Die Häuser in Ordnung, manche nagelneu, manche warten auf Farbe, die Felder bestellt und eigentlich alles in Ordnung. Bei den Straßen haben sie nachholebedarf. Neue Straßen wie Spiegel, alte Straßen mit max 35 km/h befahrbar und manche mit Spurrillen, so dass mein Bugrad vom Wohnwagen aufsetzte. Ja, alles im grünen Bereich.



6.Tag
25.5
Fr

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Über Nacht waren 16 Wohnwagen und Wohnmobile auf dem Platz. Damit war die Grenze der Auslastung fast erreicht. Zwei Duschen und zwei Toiletten jeweils für Männlein und Weiblein etwas wenig, aber dafür sehr sauber und beheizt. Hier ist alles etwas kleiner, dafür vom Feinsten auch der Rasen und wir bekamen einen Platz im Schatten, obwohl das bei 19°C keine Notwendigkeit hatte.
Ein Wohnmobil mit Satellitenanlage fuhr gestern 1 Sunde auf dem Platz hin und her, weil er keinen Empfang bekam. Er hatte zwar die teuerste Anlage oben auf dem Dach brauchte aber ewig um Empfang zu erhalten, er will morgen unbedingt die Formel 1 sehen.

Auf nach Gdansk. Kaum in der Stadt fanden wir die Markthalle. Ein Markt wie in Frankreich, eine Wiederholung, ich weiß, Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse, Backwaren und das alles im Überfluss. Heidi schwatzte mit einem Gemüsehändler. Ich hatte Geduld, denn es kommt auch mir zu Gute, spätestens zum Abendbrot
Dann im Zentrum ein Empfang mit holländischer Kapelle, mit Chor und einem Auto voller Glocken, sowie zwei Mädchen in Tracht die Flyer zur Kapelle verteilten. Wir wollen die Kathedrale nicht auslassen, das Rathaus und den Hafen. Alles wunderbar, im Hafen sieht man noch freie Stellen oder Ruinen die auf ihren Wiederaufbau warten. Die Polen werden sich ihr Geld bestimmt besser einteilen als die Griechen.

Vom Hafen sind wir in eine Seitengasse gekommen. Hier waren Geschäfte neben einander in denen es nur Bernsteine gab. Gefasst und ungefasst, mit Silber und allem was ein Frauenherz höher schlagen lässt. Ein Deutscher der genauso wie ich in der Mitte der Gasse stand und viel Geduld mit seiner Frau hatte, sagte zu mir: wer brauch das eigentlich alles? Worauf ich ihm entgegnete: Jetzt reden unsere Frauen miteinander, das dauert jetzt doppelt so lange. Wir lachten und versuchten unsere Frauen weiterzuzerren.
Auf dem Rückweg begegneten wir auch den schnellen Autofahrern Polens, überholen auf Teufel komm raus. Nur zwei Russen konnten es noch mutiger, Schwachsinn, aber ich habe hier gelernt, wenn man solche Autos ankommen sieht einfach auf den Standstreifen ausweichen und vorbei ziehen lassen. Hierbei macht sich meine neue Rentnerwelt bemerkbar, Geduld und Ruhe gehören jetzt zu meinen Tugenden, nur Heidi hat davon noch nicht so viel gemerkt.



7.Tag
26.5
Sa

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Sonntag, umgeben von katholischen Kirchen, das Geläute nimmt kein Ende. Als es selbst halb neun bimmelt gebe ich entnervt auf und mache Frühstück. Genau um 10:00 jagen mich die Glocken erneut aus dem Bett.
Wir fahren nach Fromburg. Wir wollen uns eine Festungsanlage mit der dazugehörigen Kathedrale anschauen. Vom Parkplatz um die Burg herum zur Kasse. Heidi Kathedrale und Kopernikusmuseum und ich Turm und Kathedrale. Da heute Pfingstsonntag ist, brauchten wir keinen Eintritt für die Kathedrale zu zahlen. Hoch auf den Turm und die kurische Nehrung bis nach Russland betrachten. Heidi zu Kopernikus, Kopernikus war nicht da, er lag ja in der Kathedrale. Wir trafen uns vor der Selbigen und der Zufall will es, eine österreischiche Gruppe begann mit der Führung. Wir hängten uns dran. Der Fremdenführer der Gruppe erklärte erst die beiden Orgeln. Danach begann die Musik, eine etwa 35 jährige Orgelspielerin legte los. In der Kirche waren zwei Orgeln aus dem 1700 Jahrhundert und eine von 1935, beide waren über die Tastatur verbunden bzw. gekoppelt. Danach wurde uns der Marienaltar der Familie Kopernikus erklärt, dann der Altar, so wie das Chorgestühl mit seinen eingelegten Zinnintarsien und den Bildern. Dann ging es zum Grab von Kopernikus. Er war Domherr, Minister, Arzt, Kartograph und wenn er Zeit hatte auch noch Astronom. Von der Kirchenführung erhielt er 3 schriftliche Abmahnungen, weil er die Finger nicht von seiner Haushälterin lassen konnte. Schließlich mußte sie aus der Burg ausziehen nach außerhalb der Stadt. Das waren damals 800 Meter. Es waren die Priester die ihn damals angeschwärzt hatten.
Die Kirche wurde mehrmals geplündert. Angefangen hatten die Schweden. Die Russen waren ausnahmsweise mal nicht beteiligt, denn als sie kamen war der Domschatz bereits versteckt, sehr sicher jedenfalls, denn bis heute fehlt von ihm jede Spur.
Das Kopernikus in der Kirche beerdigt war, wurde erst nach 2001 bewiesen. Man fand eine Leiche unter einem Seitenaltar und verglich sie mit Haaren aus den Büchern von Kopernikus. Die Bücher lagen in Upsala, die Schweden haben vergessen sie bis heute zurückzugeben.
Danach ging es in den Hafen. Es ist ein kleiner Hafen, sie fangen auch Fische, auch Zander. Heidi und ich ließen einen Gebratenen auf den Tisch zaubern. Anschließend brauchte Heidi unbedingt noch ein Körbchen für das Heidelbeeren sammeln. Es wurden aber zwei Körbchen.
Alleen mit Bäumen, Storchennest, ein Polen ohne Beanstandungen, manchmal Häuser die unsereins nicht bezahlen kann. Der Storch kommt uns nicht mehr besuchen.



8.Tag
27.5
So

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Wir heute hoch aufs Radl und zum Bahnhof. Fahrkarten nach Paslek. Das dauerte und dauerte und unser Zug musste jeden Augenblick kommen. Schließlich bekamen wir drei Karten und stellten auch noch fest, die Bahnhofsuhr ging mindestens drei Minuten vor. Trotzdem war Eile geboten. Die Räder die Treppen runter dann den Gang hinter und die Treppen wieder rauf. Dann eine Durchsage, die Leute schauten auf ihre Uhr, damit war auch uns klar, es kann dauern.
Endlich kam der PKP Intercity. Ja, es stand überall Intercity. Es erinnerte uns an die Reichsbahn der DDR. Ich wuchtete die Räder die zwei Stufen nach oben und schloss die Tür. Aber das gefiel dem jungen Schaffner nicht. Er riss die Tür wieder auf und verlangte, dass wir wieder ausladen. Also die Räder wieder raus aus dem Zug. Jetzt wurde uns erklärt wir müssten mit den Rädern nach ganz vorn. Wir rannten mit den Rädern nach ganz vorn, öffneten die Tür und wuchteten die Räder wieder in den Wagon. Das war nicht so einfach, da für einen älteren Herrn und ein Fahrrad eigentlich kein Platz war und die doofen Pedale sich immer irgenwo einharkten.
Ein Pfiff und der Intercity bewegte sich. Der junge Mann, mit einem gelben Fähnchen und der schmucken Uniform, deutlich als Schaffner erkennbar, verlangte jetzt unser Fahrkarten. Dann ein deutliches Zeichen, wir müßten nachbezahlen. Wir standen ja jetzt mit unseren Rädern in der Abteilung First Class. Er ahnte nicht was er da zündete. Heidi kramte jetzt ihre gesamten englisch Kenntnisse heraus und sagte dem jungen Mann, jetzt sehr bestimmend und unmissverständlich, dass er es war, der uns in diesen Wagon steckte. Der junger Mann knipste unsere Fahrkarten und verschwand.
Auf zum Elblaski Kanal. Von Paslak etwa 10 km. Der Kanal ist aber nicht unser Ziel, sondern die Maschinerie mit der die Schiffe von Kanal zu Kanal nach oben oder unten gezogen werden. Es funktioniert ungefähr so, wie bei uns in Dresden die Standseilbahn. Das Wunderwerk von 1865 kommt ganz ohne Strom aus und wird nur mit Wasser angetrieben. Also ganz einfach, das Schiff schwimmt in ein Gestell. Der Wärter, der erkennen muss, dass ein Schiff in das Gestell gefahren ist, zerrt jetzt an einem Drahtseil, welches einem Glöckchen im Maschinenraum einen Ton abringt. Jetzt öffnet der Maschinist einen Wasserschieber und ein Wasserad von ca. 6 m im Durchmesser und etwa 2 m Breite setzt sich in Bewegung. Damit setzt sich oben und unten das Gestell mit dem Schiff oder auch zwei Schiffen ebenfalls in Bewegung. Also das Schiff wird auf dem Gestell an Land gezogen und fährt auf Schienen bis es oben oder unten wieder ins Wasser platscht. So fährt jeweils ein Gestell nach oben und eins nach unten. Es gibt für das ganze nur ein Seil welches am unteren Teil der Anlage umgelenkt wird. Es gibt 5 solche Aufzüge. Der Wärter hat neben dem Bedienen des Glöckchens, welches den Beginn und das Ende der Fahrt anzeigt, noch eine Aufgabe. Er trägt alle die den Aufzug benutzen in ein Buch ein.



Die letzten 35 km mit dem Fahrrad zurück nach Elblag. Wir hatten zwar keine Berge aber ständig Wind von der Ostsee, welcher uns frech ins Gesicht lachte. Wir sahen Landwirtschaft, kleine Felder, große Felder, große Häuser, kleine Häuser, neue Häuser und Häuser die abgerissen gehörten, aber auch darin wohnten Leute.
Morgen ist Ruhetag beschlossen wir.
Ein Danke muß ich wieder Herrn Leipold senden, dessen Tipps uns in Polen begleiten und die uns schon manche Freude gemacht hat.



9.Tag
28.5
Mo

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Wir bewegen uns heute ganz langsam, denn es ist ein Ruhetag. Ich habe damit keine Schwierigkeiten. Manchmal schaffe ich es auch mich gar nicht zu bewegen, dann ruft Heidi aber ich harre in der Starre, ohne zu reagieren. Das habe ich trainiert.
Aber gegen 11:00 packt mich der Putzteufel. Im Besteckkasten hatte sich einiges angesammelt, was eigentlich in das Werkzeug gehört, auch ein paar Teile von Geräten die gar nicht mehr existieren. Der Besteckkasten war auch von den Bewegungen, die das Besteck während der Fahrt ständig macht, mit schwarzen Ablagerungen gezeichnet.
Heidi will heute etwas für ihre Angel kaufen. Drehlinge, welche zwischen Haken und Schnur kommen, und eine 40 g Fisch aus Metall der den Haken hält. Da es hier keinen Fisch gibt der ein derart schweres Gerät benötigt, gab es den auch nicht. Quer durch die Stadt und zurück zum Wohnwagen. Da steht plötzlich wieder eine Kathedrale. Vor ihr der polnische Papst aus Bronze. Er blickt auf mich herab. Sein Gesicht ist ernst und zeigt kein Lächeln, er hat mich erkannt. Also schnell rein ins Gotteshaus. Ein wunderbares Taufbecken aus uralten Zeiten und mehrere Altäre. Eins zeigt den Besuch der heiligen drei Könige.
Spagetti sollte es zum Mittag geben. Leider waren die Dinger nicht zu finden. Das Auto wurde umgegraben, der Wohnwagen durchsucht und diesmal war ich der Schuldige. Ich räume meinen Wowa nämlich ein. Jetzt fehlte also schon das Gänsefett und die 2 Tüten Spagetti. Gehst eben welche kaufen, bekam ich gesagt.
Polnische Spagetti, die hier Makaroni heißen, sind nicht geniesbar. Es entsteht eine klebrige Masse. Mein Olivenöl wurde von ihnen aufgesaugt ohne das es bis zu Boden durchlaufen konnte. Selbst als wir die Hälfte wegschmeißen wollten klebten sie im Sieb fest. Nach unserm Essen begann ich nochmals den Wohnwagen umzuräumen. Zwei Meter breit und fünf Meter Lang ergibt 10 m² , mehr ist an unserem Wowa nicht dran, da können sich doch die Spagetti nicht einfach verstecken. Ja, ich fand sie. Gut aufgeräumt, bei mir steht schließlich auf jeder Kiste was drinn ist. Nur auf dieser Einen stand vieles drauf, nur eben nicht Spagetti. Jetzt bleibt nur noch die Frage: wer hat mich da abgelenkt?
Meine Pusteln am linken Arm und auf dem Bauch sind im abklingen, nur die auf der linken Seite bis zum Oberschenkel jucken manchmal noch. Erdbeeren und Nußschokolade scheiden jetzt aus, da ich von beiden inzwischen gekostet habe. Als Sündenböcke für meinen Ausschlag bleiben noch zwei Möglichkeiten übrig. Mein neues Sporthemd von Odlo mit Silberfäden oder eine Pflanze, die ich beim Fotografieren angefasst habe und das habe ich oft gemacht.



10.Tag
29.5
Di

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Der Tag begann mit einem Drama. Unser Wohnwagenschlüssel ist weg, verschwunden oder verloren. Wir wühlen in den Hosentaschen, Jackentaschen und Rucksäcken, wir stoßen in die Tiefen unseres Wohnwagens vor, wir krabbeln durch den Bettkasten und der Wäschesack wird ausgekippt. Kein positives Ergebnis. Kurz vorm Verzweifeln setzen wir uns ins Auto und fahren wie geplant einfach zum nächsten Ort. Wir geben dem Besitzer des Campingplatzes noch 20 Zloty und unsere Adresse, falls sich der Schlüssel noch anfinden sollte. Auf der Autobahn fragt dann Heidi: sollten wir nicht nochmal in dem Laden von Gestern fragen? Ich wende. Der Strohhalm wird gepackt aber in dem Laden war nichts.
Jetzt die positive Nachricht; wir haben noch einen Schlüssel.
Die Fahrt an die Masurische Seenplatte war sehr ruhig. Jeder hing seinen Gedanken an den Schlüssel nach. Aber da waren noch die Spurrillen auf polnischen Staßen, die kürzeste 2,5 km lang, die längsten 7,5 km. Öfters schleifte das eingezogene Stützrad auf der Straße. Dieses führte zu verbalen Attacken gegen den Fahrer.
Die bisherige Vielfalt von Polens Feldern weicht immer mehr den Wäldern. Es gefällt uns bisher sehr gut. Wir sehen aber auch Abseits der Städte die Armut.
Ein Lidl kurz vor dem Ziel führte wieder das Lachen in unser Wohnwagen. Käse, Butter, eine Flasche Roten, Tomaten und Zuchini kamen in den Wagen. Französischer Käse, deutsche Jogurt und schwarzwälder Schinken, ob das Polen hilft? Der Tag schwingt sich langsam wieder ein.
In Mikolaika, ein schöner ruhiger Campingplatz. Leider erkennt Heidi sofort der Platz ist schief. Ich richte ganz in Ruhe den Wohnwagen auf unseren gelben Keilen aus. Das reicht Heidi aber nicht. Sie fegt über den Campngplatz und findet 2 Keile die sie zusätzlich unterlegt. Ich mach inzwischen Kaffee. So zieht auch wieder Gemütlichkeit ein.



11.Tag
30.5
Mi

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Wir haben heute unseren Hochzeitstag. Jeder von uns beiden fragt sich jetzt, wie haben wir das so lange ausgehalten.
Wir bummeln durch Mikolaika. Die Sonne schaut ab und zu vorbei, das soll aber das letzte mal in den nächsten 5 Tagen gewesen sein.
Am meisten schuftet hier unser Heizlüfter. Er muß früh ran, denn im Wohnwagen waren nur 9°C und draußen waren es 2°C. Er darf auch erst ruhen, wenn wir im Bett liegen. Der arme Teufel glüht manchmal richtig, wenn er sich anstrengen muß.



12.Tag
31.5
Do

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Es regnet. Schon seit 6:00 regnete es. Keine Pause, ich mußte unsere Toilettenbox entleeren und wurde sehr nass. Ein Pole klopfte an den Wohnwagen, er wollte uns etwas verkaufen. Wir konnten uns entscheiden zwischen einem geräucherten Aal oder einer Forelle. Wir entschieden uns für die geräucherte Forelle.
Dann aber schien wenigstens im Wohnwagen die Sonne. Und diese Sonne hat ein Eitze scheinen lassen. Der Michael wars. Er schenkte uns eine Flasche von seinem Selbstgemachtem. Ein wenig Schnaps, ein wenig Holunderblüten und das alles zusammengerührt. Das ergibt ein Lebenselixier vom Feinsten. Da sperrt man den Regen aus.
Gegen 16:00 hörte es kurz auf und wir machten uns auf in den Wald. Hier wimmelt es von Achatschnecken. Jetzt genau 16:39 lugt die Sonne hervor. Inzwischen hat sich der Campingplatz gefüllt. Mit einem Hannover schwatzen wir kurz. Als wir gingen fragte seine Frau aus dem Wowa mit wem er sich unterhalten hatte. Seine Anwort lautete:"Das sind Ossis".
Hundsrosen blühen hier gerade, sie duften sehr stark. Es gibt hier nicht nur viele Seen, sondern auch viele Tümpel.



13.Tag
1.6
Fr

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Es regnet als wir nach Gizycko fahren. Durch Polens Fauna und Flora. Schöne Dörfchen, es wird viel gebaut aber auch danach viel verkauft. Wir sehen viele Boote, haben bestimmt einiges gekostet. Die Stadt Gizycko hat ein sozialistisches Aussehen, der Hafen ist schön mit seiner schwenkbaren Brücke. Die vielen Neubauten aus Vorwendezeiten werden alle saniert und das sieht sehr gut aus.
Die Sonne zeigte sich jetzt. In Gizycko waren wir kurz mal in Deutschland und Frankreich zu Besuch. Erst bei Lidl und danach bei Intermarche.
Wir waren auch auf einem Markt. Da erspähte das Auge von Heidi die Angeln. Seit dem sie die Angel ihrer Schwester hat, gibt es nur ein Thema, wie groß wird der erste Fisch sein, den sie aus einem Fjord in Norwegen holen wird oder ich beim Fischer kaufen werde. Der Angelhaken ist das letzte Stück was zu ihrem Glück bzw. zur Angel fehlte. Fast geschenkt, nur 7 Zloty (1,80 €) kostet in Norwegen ca 12 €, dafür haben wir die Empfehlung des Anglers nicht eingehalten, er sagte 40 Gramm schwer. Unsere zwei sind Leichtgewichte mit 27 Gramm, dafür sind sie aber die Schönsten.
Kaum auf dem Zeltplatz Wagabunda angekommen regnet es wieder. Wir futtern das Gekaufte sofort auf und lassen den Heizlüfter arbeiten. Zufriedenheit macht sich im Wowa breit.



14.Tag
2.6
Sa

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Wir sind beim Mittag. Die Sonne wechselt mit dem Regen. Da bauen Leute auf dem Platz eine Wagenburg auf. Folgende Sätze werden gesprochen:
Wir reisen nur in der Gruppe, wegen der Sicherheit.
Wir waren in Elblag und haben keinen Polenmarkt gefunden.
Sie sind alleine unterwegs?
Sie kommen aus den alten Bundesländern, die hatten schon immer Angst vor dem Osten. Sie kamen um eins und waren gegen vier fertig mit dem Aufstellen ihrer Wagenburg. 22 Wohnwagen und Mobile auf einem Haufen. Es wird nach Sicherheitskriterien aufgebaut, alle Türen, die in den Wohnbereich führen, sind Innen. Die Idylle der anderen 9 die bisher hier standen ist dahin. Wir fahren Morgen nach Warschau bevor wir Bestandteil des Ganzen werden.
Inzwischen waren wir auf dem Rad. Viele Radwege sind hier aus Sand und genau so kann man darauf fahren. Wo sonst die erste Pause nach 20 km gemacht wird, bedeutet das hier auf dem Sand, dass nach 7 bis 8 km Pause gemacht werden muss und dann das Schlimmste; kein Bier weit und breit.
Heidi kam nicht aus der Dusche, die Tür ging nicht mehr auf. Sie hing nur fest, mit etwas Kraft ging es dann doch. Ich hätte sie auch gern befreit.



15.Tag
3.6
So

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Schnell gepackt und fort. Unzählige Arbeiter, die die Grünstreifen links und rechts der Straßen kurz halten. Endlose Wälder fliegen links und rechts vorbei, was auch immer das bedeutet, denn wir dürfen nur 70 km/h fahren. Manchmal reist mich der Wahnsinn mit und ich fahre 78 km/h.
Dann winkt eine Oma, sie will per Anhalter mit. Wir halten und helfen ihr ins Auto. Wir wissen nicht wohin sie will und sie ahnt nicht mal, dass wir woanders hin wollen. An einem Kreisverkehr begehrt sie auf, irgend etwas in polnisch und zeigt in eine andere Richtung. Wir drehen 3 Runden im Kreisverkehr und sind uns einig, die Oma können wir hier nicht rausschmeißen. Also fahren wir die Oma noch ein Stück. Im nächsten Kreisverkehr gibt sie uns dann ein Zeichen, hier würde sie gern aussteigen, es ist ein Ortseingangsschild zu sehen. Heidi hilft ihr wieder raus. Sie küsst Heidi die Hand und bedankt sich ein paar mal. Wir fahren halt die sieben Kilometer zurück und sind wieder in Richtung Warschau unterwegs.
Durch Warschau kommen wir sehr gut, und ein Taxifahrer bestätigte uns, dass wir richtig sind. Aber unser Schwung ließ uns am Zeltplatz vorbeirauschen. An einer Tankstelle zeigte uns ein junges Mädel auf der Warschaukarte wo der Zeltplatz ist und wir fuhren wiedermal 10 km zurück.
Der Boden war butterweich und unser Stützrad grub eine Tiefe Furche in den Weg. Auch die Mithilfe des Hausmeisters lies den Wohnwagen nicht weiter rollen, Also wieder anhängen und 10 Meter weiter. 10 Zloty für den Hausmeister als Dankeschön. Zu meiner Ehre sei gesagt, ich wollte seinen Gartenbesen um die Furche zu beseitigen, aber er wollte es mich nicht machen lassen.
Abgehängt und aufgebockt, Strom anschließen und mit den Bus ins Zentrum.
Zuerst in die Heilig-Kreuz-Basilika. Hier ist das Herz von Chopin begraben. Er selber ist lieber in Paris geblieben. Kann ich verstehen. Aber vor der Kirche auf der Straße, ein Bild auf einem Sockel, der die Kirche zeigt, wie Canoletto sie gemalt hat und einen Teil des alten Warschaus.
Dann kurz mal zum Schloss und zum Markt. Hier wird gezeigt wie es nach der Zerstörung aussah. So kann man nur erahnen wieviel Kraft die Polen in den Wiederaufbau gesteckt haben. Unzählige Gaststätten und Kneipen, Kirchen aller Größen und Standbilder von Boleslaw Prus bis Charles De Gaulle, auch die Läden mit Schmuck und dem Bersteinsortiment waren in sehr großer Anzahl vorhanden.



16.Tag
4.6
Mo

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Das Schloss, dafür kauften wir erstmal zwei Tagesfahrkarten für Bus und Bahn. Zuerst ging es 20 min mit dem Bus, danach 2 Haltestellen mit der Straßenbahn, um dann wieder mit dem Bus 3 Stationen zu fahren.
Mit uns gemeinsam stürmten hunderte Kinder das Schloss. Ständig saßen Gruppen von Kindern auf dem Fußboden, fotografierten wie alle anderen auch und wurden ständig ermahnt nichts anzufassen. Die Aufsichtskräfte waren beschäftigt. Wenn sich für sie ein Pause ergab, wiesen sie die Touristen, wie uns, auf Besonderheiten in den einzelnen Räumen hin. Beeindruckend war das Canoletto-Zimmer. Hier sahen wir auch das Bild mit der Basilika von Gestern wieder und diesmal das Original. Diese Gemälde hatten sich der russische Zar und einige andere Größen Europas schon aufgeteilt, mußten sie aber später wieder zurückgeben. Nach diesen Bilder wurde nach dem 2. Weltkrieg ein Teil der Innenstadt Warschaus wieder rekonstruiert und aufgebaut.
Danach ging es in den sächsischen Garten. Den hat unser August als König von Polen bauen lassen. Das dazugehörige sächsische Palais wurde im Krieg zerstört. Wir liefen den Königsweg, der durch Warschau führt, ab. Für längere Fußstrecken benutzten wir aber den Bus, schließlich mußten wir unser Tagesticket nutzen. Als erstes sahen wir uns das Denkmal für Chopin in einer Gartenanlage an. Danach liefen wir durch die Parks des Schlosses Belvedere, den Ujazdowski-Park, den Botanischen Garten liesen wir einfach so stehen und der Bus brachte uns müde in die Altstadt zurück. Überall standen Denkmäler mit polnischen Dichtern, Komponisten, Militärs, Ministern und allem was so noch wichtig war in Polens Geschichte. Es war auch schönes dabei. Aber Ronald Reagan, dass mußte nicht sein.
Wir huschten über den Neumarkt, den Altmarkt machten noch zwei Bilder von den Eingangstoren der Kathedrale (14Jh.) und der Jesuitenkirche. Dessen Künstler durfte auf Grund seiner Gestaltung auch in Rom ein ähnliches Tor bauen.
Dieser Zeltplatz ist teuer hat aber den schlechteste Wlananschluss. Dafür sind aber die Duschen und Toiletten wie von einem 10 Sterne Hotel.
Der Verkehr hier auf den Straßen ist schon gewaltig und für uns vollkommen ungewohnt. Der Lärmpegel, der mit dem Verkehr verbunden ist, leider auch. Straßenbahnen fahren in einer Abfolge, dass man kaum Wartezeiten hat. Dresden ist halt etwas kleiner.



17.Tag
5.6
Di

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Wir verabschieden uns von Warschau und Heidi erklärt mir, wie wir aus Warschau wieder herauskommen. Also das Navi arbeitet diesmal richtig gut und bestätigt meine Fahrtroute. Die Sonne begleitet uns heute das erste Mal seit einer Woche auch den ganzen Tag . Wir wollen heute bis an Polens Grenze fahren.
In der Nähe von Bialystok ist das Städtchen Tykocin. Nach den vielen Kirchen ist heute eine Synagoge zu betrachten. Mangelns gläubiger Juden ist aus der Synagoge ein Museum geworden. Es ist schon ein Wunder das sie den Krieg überlebt hat. Sie hatte mehr Glück als die Gemeindemitglieder. Schön anzusehen, mit Sprüchen in hebräisch und aramäisch an den Wänden. Die Bima in der Mitte des quadratischen Baus. Der Thoraschrank ist leer, es ist ein ja Museum geworden. Die ersten Juden kamen 1522 hier vorbei und im 17. Jh konnten sie sich diese Synagoge bauen.

Weiter bis Suwalki. Der Campingplatz ist schön anzusehen bis zu dem Augenblick als ein weiblicher Feldwebel uns erklärt, wie wir uns hinzustellen haben und was hier alles kostet und wieviel. Wir hatten eigentlich auch vor zu bezahlen.



18.Tag
6.6
Mi

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Heute waren 330 km zu fahren. In Polen ist heute Fronleichnam, also ein Feiertag, das bedeutet keine LKW´s auf den Straßen. Ob es in Litauen auch ein Feiertag war ist uns unbekannt aber auf den Autobahnen war kaum Verkehr. Also bummelten wir mit 90 km/h in Richtung Kleipeda. Die Stadt war größer als wir uns das vorgestellt hatten und so verfuhren wir uns. Eine Frau erklärte uns den richtigen Weg, auch die Polizei half.
Am Nachmittag waren wir mit dem Fahrrad in der Stadt. Wir trafen eine Frau aus Oldenburg. Sie war 68 Jahre alt und hieß Barbara, ging noch teilweise arbeiten, ihre Rente wäre sehr klein. Sie fuhr alleine, ganz allein mit dem Fahrrad durch Litauen. Sie gab uns Tipps für Estland und Lettland.
Wir holten noch etwas Geld, Du Simtai Litu, also 200 irgend etwas, das sind 57,97 €.
Der Campingplatz im Wald, gepflegt, sauber, Küche mit Backofen, Toiletten und Duschen komfortabel, Wasser und Strom, sowie Abfluss an jedem Stellplatz, alles wie im Traum. Nur diese niedliche kleine Eisenbahnstrecke neben dem Zeltplatz, die Verbindungstrecke zwischen Russland und Kaliningrad, dass stand nicht im Campingführer. Wenn der Wein im Glas kleine Wellen hat, ist es meistens ein extra langer Zug mit lauter Tankwagen. Wir müssen nicht mehr hinschauen.
Wir haben schon für drei Tage bezahlt.



19.Tag
7.6
Do

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Heute stand im Plan die kurische Nehrung. Sie ist hier in Litauen 50 km lang. Also aufs Fahrrad und zum Hafen. Das waren schon mal 10 km. Unterwegs trafen wir Barbara wieder. Sie gab uns wieder Tips für Morgen. Mit der Fähre über die Bucht setzen und jetzt wollten wir eigentlich gemütlich den Radweg Nr. 10 entlang fahren. Hier führen Treppen über die Dünen, die wir natürlich nur zur Gewinnung eines Überblicks nutzen. Dann, am km 7, die Fahrräder über die Düne geschoben. Die Dünen sind hier etwas höher, was zusätzliche Kraft kostete. Ich ins Wasser, welches saukalt war, Heidi trieb es die Küste hoch und runter, sie suchte nach Bernstein. Sie fand auch dieses alte, gelbe und harzähnliche Gebilde. Jetzt 5 km auf dem Rad im Sand am Strand. Es geht ziemlich schnell, ich meine das Absteigen vom Rad, wenn man plötzlich im Sand steckt. Es erwischte uns beide mehrmals. Als uns die Kräfte langsam versagten, wollten wir auf den Radweg zurück.
Mir erschien ein guter Weg, also trug ich zwei Fahrräder die Düne nach oben, nur um festzustellen, das war kein Weg aber diese Aussicht, die uns jetzt nichts nutzte.

Wir liefen erst durch eine Fläche Hundsrosen, die den ganzen Boden bedeckten und es immer wieder schafften mit ihre Stacheln in meine Füße zu stechen. Dann ging es einen Waldweg entlang. Der ließ uns zwei Möglichkeiten offen, wieder durch Sand schieben oder über Waldboden zu eiern. Es ging ca. 1000 m schiebend oder fahrend zum Radweg zurück. Unsere Grenze war hier schon erreicht. Wir fuhren aber bis Juodkrante weiter. Heidi bestellte Selters und einen Geflügelsalat und ich Kwas, Plinsen mit Quark gefüllt und Waldbeeren. Unerwartet bekamen wir eine deutsche Speisekarte.
Auf dem Rückweg, den wir auf der Straße zurück legen wollten kam plötzlich ein Stopp. Ein Verbotsschild für Fahrräder. Ein Forstarbeiter schickte uns wieder Fahrrad schiebend einen Berg nach oben. Der Weg war kaum befestigt und der Boden aus Sand. Auf der anderen Seite ging es steil nach unten aber auch hier war alles Sand. Auf den letzten Kilometern wurde wieder etwas gelacht, dafür fuhr uns die Fähre vor der Nase weg.
Nur 67 km standen am Wohnwagen auf dem Tacho aber davon waren ein paar sehr anstrengend.



20.Tag
8.6
Fr

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Heute nach Karkle. Ein Dorf, was von den Russen eingeebnet, da es zum Truppenübungsplatz auserkoren wurde. Reste wurden

wieder bewohnbar gemacht und die Reichen und Schönen bauten noch etwas dazu. Einen Strand haben die hier an der Küste und kaum ein Mensch weit und breit zu sehen. Hier will keiner einem einen Strandkorb vermieten, keine Liegestühle, einfach nur Natur. Heute war ich schwimmen, es war genau so kalt wie Gestern. Der Tacho zeigte heute nur 17 km an, da Waschtag befohlen wurde.
Die Felder sind hier größer als in Polen, die Geschäfte wie bei uns. Die Leute sind besser angezogen. Die Radfahrer tragen keine Helme. Es gibt kaum Unterschiede zu Deutschland. Aber an der alten Bausubstanz muss noch mächtig gearbeitet werden. Wir trafen hier in Litauen einen Finnen, einen Franzosen zwei Holländer und sonst nur deutsche Touristen.



21.Tag
9.6
Sa

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Das war ein ruhiger Tag. Wir hätten während der Fahrt nach Lettland einschlafen können, wenn die Straßen nicht so schlecht gewesen wären. Unterwegs nahmen wir junge Leute mit, sie saßen stillschweigend im Auto. Alle Bemühungen von Heidi mit ihnen zu reden, brachten nichts.
Lettland ist wesentlich ärmer als Polen und Litauen. Die Neubaublocks sehen so aus, als müßten sie dringend erneuert werden. In den Dörfern und Städten sieht man Holzhäuser, da hat Lettland noch dem Zaren Peter I. gehört. Wenige sind erneuert aber in mehreren sieht man schon neue Fenster.
Der Campingpplatz 'Encures Abragcien' ist soweit ganz nett und hat sogar Internet. So sind ein kurzer Schwatz mit der Familie und Freunden über Skype möglich.
Heidi drängelte zum Strand und sie hat wieder Bernstein gefunden. Das ist nichts für mich, 327 mal bücken und nur ein Bernsteinchen.
Wir sind mit einem alleinfahrenden Wohnmobilbesitzer zusammengekommen. Fritz kommt aus Flensburg und ist Weinliebhaber. So verlief der Abend durch die Weingläser( ). Aber die Krönung war ein Rum von 1965. So etwas kannte ich noch nicht, aber ich wüßte auch gar nicht wo ich in Dresden etwas ähnliches zu kaufen bekäme. Er machte uns mit südafrikanischen und australischen Weinen bekannt. Auch erzählte er uns von seinem Schicksal und warum er alleine fährt. Das sind die Abende die das Campingleben zu etwas Besonderen machen.



22.Tag
10.6
So

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Es regnet seit 6:00. Nach dem Auffüllen des Wassertanks bin ich pitschnass.
Fritz und ich fahren ins nahe Städtchen. Es gab ein paar neue Häuser, dann gab es aber wieder viele die dringend Erneuerung brauchten. Der Supermarkt hatte alles zu bieten was es auch bei uns gab. Aber die Vielfalt an Wodka ist immer wieder erstaunlich.
Wir werden uns heute Abend noch ein Stündchen zusammensetzen. Ein Tempranillo ist von Fritz vorgeschlagen wurden. Morgen fährt er weiter nach Riga und wir huschen nach Estland.

Es gibt sogar einen Grund zum Feiern. Vor 13 Tagen verschwand unser Wohnwagenschlüssel. Heute, als ich auf Nahrungsmittelsuche war und die Rücksitze im Auto umklappte, damit ich besser an die hinteren Kisten komme, lag da ein Schlüsselbund, nämlich meiner. Was hab ich mir alles deswegen anhören dürfen.



23.Tag
11.6
Mo

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Der gestrige Abend war sehr schön und mit etwas Glück sieht man sich wieder. Wir verabschiedeten uns von Fritz und brachen nach Tallin auf.
Die Sonne wechselte sich mit den Wolken ab oder sie teilten sich den Platz da oben. Tadellose Straßen hier in Estland. Vom Campingplatz nach Tallinn und gleich zu Viking Line. Die Fähre für unsere elf Meter Ferienwohnung kostete 254,oo €. Am 15.6 setzen wir dann nach Helsinki über.
Wir waren hier auch im Konsum. Die Preise verschlugen uns die Sprache. Der Kaffee, die Krönung, verdient hier seinen Namen mit 7,99 €. Internet nur in der Rezeption. Nach den 400 km heute gehen wir zeitig schlafen.



24.Tag
12.6
Di

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Seit Gestern kämpfen wir gegen die Mücken. Heute Morgen wussten wir, die Mücken hatten gewonnen, trotz 3 Toter. Die Zwei, die wir nicht erwischt hatten, waren die Sieger.
Wir fuhren am Parkhaus vorbei. Wir wendeten und bogen falsch ab. Wir fanden unser Parkhaus wieder. Das waren 30 Minuten Stadtrundfahrt Tallinn. Ich war schon mal vor 40 Jahren hier, so fand ich den Weg in die Altstadt sehr schnell. Ich zeigte Heidi mittels meiner noch vorhandenen Erinnerungen und dem Reisführer die Unter- und die Oberstadt.

Wir besuchten das Rathaus, die Heiliggeistkirche, und den Dom. Im Dom, Wappen der baltischen bzw. deutschen Ritter, ingesamt hängen hier 109 Wappen. Die Wappen waren meist geschnitzt und bemalt. Der Dom aus dem 14. Jh. hatte auch einen 69 m hohen Turm mit 140 Stufen, die ich alle nach oben stieg. Die Ritterschaft trifft sich heute noch hier zu Familientreffen. Es war beeindruckend, sagte Heidi danach. Mehr als hundert Wappen der Adligen schmücken die Wände. Danach ging es noch eine Runde um die Burg.

Nach den evangelischen Kirchen war jetzt eine russisch - orthodoxe Kirche zu besichtigen und die neue Synagoge ließen wir uns auch noch zeigen. Sie ist die einzige hier in Estland.
Jetzt ging es noch in einen Supermarkt. Die Preise, ja es ist ein teures Land. Erdbeeren, das Kilo, 6,90 €, die Butter, die Milch eigentlich ist alles teurer außer dem Brot. Nach dem, was wir hier gesehen haben, sollte Estland ein reiches Land sein. Das haben wir voriges Jahr auch noch von Spanien gedacht. Hoffentlich waren die Esten klüger.
Das Mädchen, was uns damals vor 45 Jahren durch Tallinn geführt hat, haben wir wieder gefunden.



25.Tag
13.6
Mi

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Auf ins Zentrum von Tallinn. Da wir eigentlichlich gestern alles gesehen haben, meinten wir, wollten wir heute nur bummeln. Vom Parkhaus zu Stockmann, ein Einkaufsladen der gehobenen Art. Wir fanden trotzdem etwas. Die Preise, wir haben Urlaub, eine Flasche Cognac, Napoleon der Fa. Bowen, Heidi hat sie mir gekauft, da gab's nichts zu protestieren.
Ganz zufällig lag noch eine orthodoxe St. Nikolauskirche, eine Russische, auf unserem Weg. Nikolai, ein Wundertäter und die Kirche sah auch aus, wie ein kleines Wunder. Danach kamen wir zur zur Olaikirche. Die hochaufragende Kirche aus dem 13. Jh. hatte einst den höchsten Turm der Welt. Das war eine Herausforderung. Der Turm ist 124 m hoch und auf 60 m ist eine Aussichtsplattform. In Deutschland wäre die vom TÜV gesperrt wurden. Also beim Rundgang hielt ich mich manchmal am Geländer fest. Eine Wendeltreppe, die so eng war, dass man sich vorbeiquetschen mußte, wenn Gegenverkehr herrschte.
Nach dem Essen platzten wir in den Gottesdienst der Katholischen Peter und Paul Kirche. Der Prieste winkte uns, wir sollten uns setzen, wir verdrückten uns still.
Jetzt bummelten wir langsam aus der Altstadt und fuhren auf dem Rückweg kurz in ein sozialistisches Neubaugebiet Tallins. Es gibt viel zu tun. Einige renovierte Blocks sahen wirklich gut aus, aber es gab auch die vielen anderen.
Leider konnten wir uns mit dem Mädchen (Frau inzwischen) nicht treffen. Sie geht noch arbeiten und mußte Abends ins Krankenhaus. Dummerweise hatten wir schon unsere Schiffsticket. Morgen geht's nach Finnland.



26.Tag
14.6
Do

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Wir standen gegen 5:00 auf, packten mal wieder alles zusammen und standen 6:45 vor der Fähre. Ein etwas älteres Modell wartete auf uns, dachten wir uns, zumindest nach dem Rost sah es so aus. Es war sehr schmuddelig auf der Fähre, aber sie war erst 4 Jahre alt. Die Fahrt verlief ruhig. In Helsinki vom Schiff runter und 15 min später auf einem Campingplatz, für 32 €. Dafür steht man auf Asphalt, man hat einen Grünstreifen von 80 cm, danach eine kleine Hecke und den Nachbarn. Das Internet nur an der Rezeption, das hat sogar in Polen für die Hälfte € besser geklappt.
Da 100 m weiter eine Metro fährt, sparen wir in Helsinki die Parkgebühren. Anstatt wie in Tallinn 12 € fürs Parken zu bezahlen haben wir hier 8,80 für die Metro bezahlt.
Frischen Mutes in das Zentrum. Auf der Suche nach der Information kamen wir am Dom vorbei.

Eine wirklich schöne und schlichte evangelische Kirche im neoklassizistischen Stil. Also schlicht nur Innen. Das Finnland als selbständigen Staat gibt es erst seit 1919. Vorher hatten erst die Schweden das Sagen, danach die Russen. Unter den Russen soll es den Finnen aber gut gegangen sein. So bauten sie dem Zaren Alexander II. ein Denkmal vor dem Dom.
Es sind heute ca 26 °C. die Mädels laufen hier umher als wären 37 °C. Alle genießen hier die Sonne. In den Parks sitzen die jungen Leute auf der Wiese. Auf den Wegen strömen die Menschen. Helsinki ist eine schöne Stadt voller Leute
Merkwürdig ist hier nur, dass das Obst in Litern verkauft wird. Man braucht keine Waage und der Preis ist nicht nachvollziehbar. Wie groß das Gefäß ist, hat der Verkäufer in der Hand. Frankreich und Norwegen ist teuer? Fritz hatte schon gesagt, kauft in Estland nochmal richtig ein. Wer nicht hören will bezahlt eben.



27.Tag
15.6
Fr

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Es ist laut im Wohnwagen. Meine Stimme hat sich erhoben. Es ist etwa die 25. Frage die meine liebe Heidi stellt. Der Versuch ihre Fragen zu beantworten sind bisher gescheitert. Alle Versuche ihre Grundkenntnisse in diesen Bezug herauszukitzeln sind mißlungen. Auch die Darstellungen in der Bildzeitung, die mir eigentlich helfen sollten, stoßen auf auf Unverständnis. Die letzte Frage versuchte ich im dritten Anlauf zu erklären. Woher weißt du das Deutschland im Viertelfinale spielt?
Der Tag fing mit der Suche nach einem Baumarkt an, denn unser Fahrradträger hatte sich gemeldet. Er hatte zu viel Bewegungfreiheit und bevor er mir die Lenker der Fahrräder in den Kofferraumdeckel drückt, mußte etwas unternommen werden. Im Internet suchten wir alles zusammen was wir brauchten, die englischen Begriffe für einen Spanngurt und eine 3/4" Schelle und ab damit zur Rezeption. Das Mädel suchte und suchte und holte dann eine Stadtkarte von Helsinki, malte alles ein und schenkte sie mir auch noch. Wir fanden fast auf Anhieb den Baumarkt. Zurück zum Zeltplatz, Auto abgestellt und in die Metro.

Als Erstes zur großen russischen Kirche, die war nicht nur gestern geschlossen sondern auch heute. Jetzt war bummeln angesagt. Die Massen strömten durch das Zentrum. Es waren wirklich Massen. An fast jeder Ecke ein Musikus. Von einem 10 Jahre alten Jungen mit E-Gitarre bis zu einem Alten mit Wasser gefüllten Flaschen. Die Rasenflächen waren auch wie gestern voll besetzt. In den Kaffees, ihre Anzahl ist hier so hoch wie in Granada, ist kaum ein Platz frei. Die Hitze ist heute nur erträglich, weil ein Wind Erfrischung durch die Häuserschluchten bläst. Wir ergattern zwei Plätze. Heidi schickt mich mit 10 € zwei Bier holen. Die Verkäuferin will aber mehr. Ein Bier 6,40 €, und das Glas ist ziemlich leer, denn in dem großem Glas ist nur 0,4 l Bier drin.

Wir erleben die Vorbereitungen für den Sambakarneval. Der Besuch beim Warenhaus Stockmann setzt uns auch hier in Erstaunen. Für viel Geld bekommt man hier auch ein paar Kleinigkeiten. Aber wir sind müde von der Rennerei und schleichen zur Metro. Dort bekommen wir seit Warschau das erste mal deutsche Zeitungen, die FAZ und die Bild. Zum Kaffee sieht Heidi die Fußballer und beginnt mit ihre Fragerei.



28.Tag
16.6
Sa

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Wir wollen Finnland kennen lernen. In Lahti haben wir Brot gekauft. Mehr gab die Stadt nicht her. Nach 3 Std. ein Pause, nach 7 Std. abbiegen auf einen Campingplatz in Pyhäjärvi. Eine Wiese die schwimmt, weil es letzte Nacht geregnet hat, für 20 € und 5 € für Strom.
Aber da gab es noch die bunten Wiesen, die Felder, die alle bestellt oder frisch gepflügt waren, durchzogen mit Entwässerungsgräben. Der grüne Wald, endlos sich hinziehend, die Seen, nicht zu zählen, so hatte ich mir Finnland vorgestellt.
Das dumme nur, die Finnen halten sich strikt an ihre Verkehrsregeln, 80 km/h und nicht schneller eher so um die 70 km/h. Selbst wenn 100 km/h auf der Landstraße erlaubt sind, zuckeln alle hinter mir her, da ich nur 80 km/h fahren darf. Ich habe Mitleid mit den Braven und fahre regelmäßig rechts in eine Bushaltestelle.
Unsere Freunde aus Estland waren schon alle hier und haben auf uns gewartet, die Mücken, angriffslustig wie selten.



29.Tag
17.6
So

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Es regnete die ganze Nacht. Wir verlassen Pyhäjärvi in Richtung Kärsämäki. Am Ortseingang hängen und stehen Glocken, Kirchenglocken, Glocken aus deutschen Kirchen. Große und Kleine und welche die richtig kling klong machen, und das recht laut. Ich las erst später, denn es stand auch in deutsch dort, dass man die Finger von Glocken lassen soll. Warum die da stehen stand nicht dabei.
Langsam veränderte sich der Wald. Gestern konnte man kaum 5 m in den Wald sehen, so dicht war der hier. Jetzt konnte man schon 100 m und mehr in ihn hineinschauen, auch wurden die Bäume immer kleiner. Auch heute gab es kaum ein Feld ohne Entwässerungsgräben. Aber auch die Felder wurden immer seltener je weiter wir nach Norden kamen
Wir kamen nach Oulu. Die hatten keinen Parkplatz für unsere 11 Meter. Weiter nach Rovaniemi, eine moderne Stadt, die Haupstadt der Samenregion, es regnete in Strömen, also weiter.
Jetzt sahen wir den ersten Elch. Als wir Rentiere sahen, waren wir fast alleine auf der Straße und ich konnte fotografieren.
Heute hielt ich mich nur an die 50 + 80 km/h. Wenn ein hunderter Schild am Rand stand fuhr ich 97 km/h. Allerdings muss erwähnt werden, dass die gelben Radarschilder nicht umsonst warnten, es gab zu jedem Schild einen Blitzer, manchmal nach 30 m und oder auch nach mehreren Kilometern. Ich habe noch nie so viele Blitzer auf einer Strecke gesehen.
Wir fuhren an einem Campingplatz vorbei, da stand am Eingang 30 €, ohne anzuhalten fuhren wir weiter und bezahlen auf dem Hiesigen letztendlich das Gleiche. Nach etwa 700 km schlafen wir heute in Inari.



30.Tag
18.6
Mo

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Wir saßen gestern sogar noch 15 min in der Sonne. Dann begann der Regen wieder und er hielt durch bis heute morgen.
Dann sind wir in das Museum der Samen. Was verwunderlich war, dass die Samen erst 1996 als selbständiges Volk anerkannt wurden. Im Museum wurde das Leben der Samen und die dazugehörige Tierwelt aufgezeigt. Es war ein ein ständiger Kampf gegen die Mücke. Wir lernten den Lemming kennen. Auch den Hunger, der die Samen regelmäßig heimsuchte. Ab 1950 begann langsam der Tourismus. Schneemobile und Außenbordmotoren gehören heute zur Standardausrüstung dazu verboten sind einige Jagdmethoden, wie Fallen und V-förmige Fanghölzer, die die Tiere nur festhielten um zu verhungern. Im Zelt gab es eine Rangordnung, hinter dem Feuer waren die Küchengeräte, links davon saß die Mutter mit den kleinen Kindern und rechts saß der Vater. Alle anderen saßen entsprechend ihrer Unterordnung näher zum Zelteingang. Das Zelt ist ein Sommerzelt, im Winter kamen noch Decken auf das Sommerzelt. Die Fischhütte diente zur Aufbewarung der Fische im Winter und es passten bis 1000 kg hinein. Vieles was der Verpflegung dient wurde auf Pfählen errichtet. Die Ausstellung war sehr liebevoll gestaltet, so konnten wir erkennen, dass wir es in keiner Nacht mehr dunkel haben werden. Es waren alle Monate mit der dazugehörigen Natur dargestellt, dann waren dort Jahreszahlen mit Weltereignissen und was zu dieser Zeit für die Samen wichtig war bis auch sie anerkannt wurden. Ihre Boote, nicht einen Fuß hätte ich dort hinein gesetzt. Ihre Kleidung und Haushaltgeräte und ihr Schmuck, auch sie waren mit ihrer Schönheit beschäftigt, wenn sie mal nicht hinter einem Rentier herrennen mußten.
Inari ist eine kleines Städtchen. Wir waren einkaufen. Unser Geld würde nicht lange reichen, wenn wir das täglich machen müßten. Fast alle sind hier angereist mit Lebensmitteln bis unter das Wohnmobildach geschichtet.
Holländer sind sehr wenige anzutreffen, Franzosen und Schweizer sind hier wesentlich mehr. Gestern war hier eine geführte Tour mit ca. 7 deutschen Wohnmobilen, das Kleinste wäre mir zu teuer. Ein Däne muss der Vollzähligkeit noch aufgeführt werden. Finnen gibt es auch.



31.Tag
19.6
Di

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Es regnet, leider ist das keine Wiederholung. Wir verlassen Finnland. Die Tundra zeigt sich von seiner nassen Seite. Die Rentiere verabschieden uns. Heidi sagte:"Wer sich hier verläuft ist verloren."
Norwegen begrüßt uns mit einem Zollhaus und einer grünen Ampel an diesem. Wir hätten Zoll zahlen müssen. Therotisch dürften wir zusammen nur 1 l Hochprozentiges und 3 l Wein mitbringen. Aber wir haben schon etwas für unsere Nachbarn gefunden und mein Cognac wollte ich auch nach Hause bringen. Die Reserve, zum Verschenken für in Not geradene Camper, bringen wir wahrscheinlich auch wieder mit zurück. Über meinen persönlichen Weinvorrat schreibe ich hier lieber nichts.
Die Landschaft unterscheidet sich kaum von der in Finnland. Im Gebirge, etwa 1000 m, ist in Norwegen kaum noch Bewuchs höher als 50 cm. Hier häufen sich die Rentiere an den Straßen. Als Heidi den Schnee sieht, werden ein paar ihrer Befürchtungen wahr. Den Höhepunkt ihrer Sorgen beginnen allerdings mit den Passstraßen.
Wir biegen nicht zum Nordkap ab. Reisebusse aller Größen und dutzende Camper sind dahin unterwegs. Uns hat schon Helsinki gereicht mit den Straßen voller drängelnder Leute.
Wir tanken. Einszweiundachtzig Euro, in Finnland waren dafür 30 Cent weniger notwendig und in Polen 63 Cent.
Wir trafen einen allein fahrenden Radfahrer, der in Deutschland losgefahren ist. Er hat die kurische Nehrung komplett durchgefahren und wie wir die Fähre von Tallin nach Helsinki benutzt. In Idalo war er zwei Tage in ärztlicher Behandlung, ein etwas größerer Pickel am A..., zwang ihn zu dieser Pause. Er will die Trollstiegen und den Geirangerfjord befahren. Als ich das Word 'schieben' benutzte wurde mir deutlich gesagt:" schieben ist nicht, absteigen um eine Pause zu machen, ja, aber schieben nein". Das einzige worüber er stöhnte waren die Preise für die Jugendhebergen, die Hotels, das Essen und alles was in Finnland und Norwegen zu bezahlen sei.
Wir verlassen die Straße in Alta nach ca. 350 km, der Campingplatz Kronstad verdient seinen Namen nicht, es gibt Parkplätze die sind besser in Schuss.



32.Tag
20.6
Mi

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Wir hätten die Butter mit ins Bett nehmen sollen, denn es war im Kühlschrank wärmer mit 7,2 °C als im Wohnwagen mit 6,5 °C.
Die Scheibenwischer hatten es heute am schwersten. Sie rasten von einer auf die andere Seite, als wollten sie gleich davon fliegen. Einandermal bummelten sie über die Scheibe, machten 1 oder 2 Sekunden Pause um sich dann wieder mühsam in Bewegung zu setzen. Wenn sie sich quälten machten sie noch Geräusche, wie die Bremsen von Güterwagen
Was erlebten wir bzw. was sahen wir heute. Wir erlebten und Heidi durchlebte sie auch, Serpentinen, Vagebome, die hier Straßen sperren die besonders gefährlich sind, im Sommer wie im Winter. Wir hatten zeitweise nur 3,5 °C unterwegs. Der Regen, der nun den 5. Tag auf unser Gemüt und den Wohnwagen trommelt. Die Wolken die fast ins Meer ditschten. Als wir nach oben fuhren, ging es durch eine Wolke, so dass wir das Tal unten nicht mehr sahen.
Wir sahen und deshalb sind wir hier, die Natur des Nordens. Berge, Wälder, Fjorde, endlos zu Umfahrende, Rentiere und Schafe auf den Straßen und im Busch und den Schnee, der Straße gefährlich nahe kommend. Auch die vielen großen und kleinen Wasserfälle die sich von Absatz zu Absatz einfach nach unten fallen liesen.
Dann gibt es noch die Radfahrer, harte Burschen und was sagt man zu den Frauen? Es ist wirklich sau kalt hier. Sie wollten es so und damit hält sich mein Mitleid in Grenzen.
Heute landen wir in Nordjosbotn. Ein kleiner und schöner Campingplatz. Wir haben hier auf dem Platz Nachbarn aus Rostock. Sie haben 20 Kilo Kartoffeln mitgebracht, um so etwas zu sparen.
Was ich noch sagen wollte:
Die rundgelutschten Berge nennt man Permafrostbuckel. Ich habe mich zwar über das Aussehen gewundert. Leider habe ich sie nicht fotografiert.
Als wir die Serpentinen langsam heruntergefahren sind, lag weiter unten, am Ausgang einer Kurve ein Auto auf dem Dach, vor einem Tunnel stand ein verbeultes Auto, dass ausgeschlachtet war. Überall neben den Häusern ist eine Ecke mit altem Hausrat. Die Ecken sind unterschiedlich groß, mal sind es auch alte Kühlschränke, auch mal zwei oder mehrere Autos. Ich sah auch alte Boote, vollkommen verrostet, die nie wieder schwimmen werden. Heute sahen wir, dass die Leute kleineren Schrott an die Straße stellten, wahrscheinlich wird er abgeholt. Das mit den Dreckecken stand so ähnlich schon im Reiseführer von 1994.



33.Tag
21.6
Do

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Wir verabschieden uns aus Finnmark und Troms, besuchen aber zum Abschluss noch Tromsø.
Tromsø, was wird haften bleiben? Ein Bäcker, wir kauften ein kleines Weissbrot, ein kleines Roggenbrot und zwei Rosinenbrötchen. Als die Kasse ihren Klingelton abgab, stand da eine Zahl, die von uns belächelt wurde, aber wir rechneten und rechneten. Die Kasse hatte sich aber nicht verrechnet. Das Ergebnis 136,00 norwegische Kronen. Wir mußten wieder rechnen und kamen auf 18 €. Vor dem Laden überprüften wir das noch mit dem Rechner, es hat sich nichts geändert. Von allen Campern werden automatisch die Preise angesprochen, diese haben sich in den letzten Jahren drastisch geändert. Die Frau vom Campingplatz sagte, es kommen schon weniger Touristen nach Norwegen.
Tromsø, das sind Holzhäuser und Beton mit Glas und Stahl. Es gibt zwei Holzkirchen, eine Evangelische und eine Katholische. Die Evangelische, eine Domkirche, ist 15o Jahre alt geworden und die Katholische hat einen Beichtstuhl, da ist für die Beichtenden ein Lederkissen vorhanden, damit die Knie beim Beichten nicht schmerzen, falls es mal länger dauern sollte. Das habe ich das erste mal in einer katholischen Kirche gesehen und wir haben viele gesehen. Vor der evangelischen Kirche waren die versammelt, die nicht mehr so richtig in die Gemeinschaft einbezogen werden. Etwas Abseits vom Stadtzentrum sahen wir auch containerähnliche Behausungen der wahrscheinlich Ausgeschlossenen.
Tromsø, wir sahen seit 5 Tagen das erste mal die Sonne. Bevor wir aber losfuhren kam der Befehl:"Winterkoffer öffnen". Heute Nacht waren wieder 5 °C und gegen 9:00 waren es erst 7 °C. Heidi nahm sich einen Schal und mir wurde eine von Heidi selbstgestrickte Mütze verpasst.
Jetzt fahren wir auf die Lofoten, ich freue mich schon ein paar Jahre darauf. Mit dem Wanderbuch von Inge und Peter sollte es perfekt werden.
Wenn man von der Stadt über den Fjord in die schneebedeckten Berge schaut, gibt es gewisse Ähnlichkeiten mit der Schweiz. Damit wären wir wieder bei den Preisen.




drück doch die Maus, die linke Taste meine ich



34. Tag
22.6
Fr

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